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Im Cybertrading-Prozess am Landgericht Würzburg wurde ein 39-Jähriger zu viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

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    Urteil im Cybertrading-Prozess: Angeklagter kommt in Haft

    Im Würzburger Cybertrading-Prozess ist das Urteil gefallen. Der 39-jährige Angeklagte muss für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann als Callcenter-Mitarbeiter gutgläubige Anleger übers Ohr gehauen hat.

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    Von
    • Anke Gundelach
    • Pirmin Breninek

    Gewerbs- und bandenmäßiger Betrug in 89 Fällen – dafür wurde ein 39-jähriger Mann nun zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Landgericht Würzburg ordnete in seinem Urteil außerdem an, dass inkriminierte Gewinne in Höhe von 364.400 Euro eingezogen werden. Insgesamt soll der Angeklagte einen finanziellen Schaden von über einer Million Euro verursacht haben.

    Angeklagter hatte umfassend gestanden

    Der sogenannte Cybertrading-Prozess am Landgericht hatte am 1. Juni 2021 begonnen. Am zweiten Prozesstag hatte der Angeklagte über seinen Verteidiger ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich für sein Verhalten entschuldigt. Laut Anklage war der Mann zwischen 2016 und 2019 Teil einer Bande, die über sogenannte Cybertrading-Plattformen mehrere tausend Anleger betrogen hat.

    Gutgläubige Anleger hofften auf das schnelle Geld

    Die digitalen Plattformen nannten sich "XTraderFX" oder "OptionStarsGlobal". Dort wurde vermeintlich am Devisenmarkt oder in Kryptowährungen investiert. Die Anleger wurden mit der Aussicht auf große Gewinne dazu verleitet, auf diesen Plattformen Konten zu eröffnen. Wer ein solches Konto eröffnet hatte, wurde dann von Callcenter-Mitarbeitern davon überzeugt, immer mehr zu investieren. Rückzahlungen oder Gewinnausschüttungen gab es aber nicht.

    Frau aus Ochsenfurt unter den Geschädigten

    In einem dieser Callcenter in der bulgarischen Hauptstadt Sofia arbeitete auch der jetzt verurteilte Mann. Das Verfahren fand am Landgericht Würzburg statt, weil eine Geschädigte aus Ochsenfurt Anzeige erstattet hatte. Sie hatte durch die Betrüger eine sechsstellige Geldsumme verloren.

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