BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Urteil im Bayreuther Messerstecher-Prozess erwartet | BR24

© News5

Im Bayreuther Messerstecher-Prozess wird das Urteil erwartet.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Urteil im Bayreuther Messerstecher-Prozess erwartet

Im Prozess um einen Mann, der im Frühjahr 2019 im Bayreuther Job-Center drei Personen mit einem Messer verletzt haben soll, wird das Urteil erwartet. Anklage und Verteidigung fordern einen Freispruch.

Per Mail sharen
Teilen

Vor dem Landgericht Bayreuth fällt am Montag (16.12.19) das Urteil zu dem Prozess um den Messerangriff auf Mitarbeiter im Bayreuther Job-Center.

Freispruch gefordert

Wie ein Gerichtssprecher dem BR mitteilte, waren sich bei den Plädoyers am vergangenen Freitag Staatsanwaltschaft, die Vertretung der Nebenkläger und der Verteidiger des Angeklagten einig: Sie plädieren einheitlich für einen Freispruch des 38-Jährigen Angeklagten, wegen "nicht-auszuschließender Schuldunfähigkeit zum Zeitpunkt der Tat".

Angeklagter soll in die Psychiatrie

Allerdings soll der Angeklagte in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. Ein Sachgutachter bestätigte dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit, konnte den Zustand der Schuldunfähigkeit zum Tatzeitpunkt aber auch nicht komplett ausschließen. Der Sachverständige hatte ausgeführt, dass er beim Angeklagten die "Diagnose einer paranoid halluzinatorischen Schizophrenie sicher bestätigen könne. Diese Symptomatik bestehe bereits seit mindestens zehn Jahren und sei chronifiziert", heißt es in einer Mitteilung der Pressestelle des Landgerichts.

Angeklagt wegen versuchten Mordes

Ob sich das Gericht bei der Urteilsverkündung den Anträgen von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung anschließt ist offen. Die Anklage lautete unter anderem auf versuchten Mord. Bei der Urteilsverkündung ist die Öffentlichkeit wieder zugelassen. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Das Gericht gab zu Prozessauftakt dem Antrag des Verteidigers auf Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da eine Verhandlung mit Zuschauern und Medienvertretern eine große psychische Belastung für den Angeklagten darstelle.

Im Job-Center unvermittelt angegriffen

Der Mann soll am 6. März 2019 gegen Mittag im Job-Center Bayreuth-Stadt völlig unvermittelt Mitarbeiter mit einem Messer angegriffen haben. Drei Männer im Alter von 18, 23 und 29 Jahren wurden verletzt, zwei von ihnen erlitten Stich- und Schnittverletzungen. Der Angreifer flüchtete, doch ein unverletzter Job-Center-Mitarbeiter folgte ihm. So konnte die Polizei den Mann kurz nach der Tat in unmittelbarere Nähe des Job-Centers festnehmen. Bei der Durchsuchung des flüchtigen 38-Jährigen fanden die Polizisten zwei Messer. Der Mann war bereits amtsbekannt.

Leistungen gekürzt

Das Job-Center hatte ihm Leistungen gekürzt, weil er seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen war. Ob die Tat mit der Leistungskürzung in Zusammenhang steht, war bisher noch nicht klar – jedoch hatten die angegriffenen Job-Center-Mitarbeiter vorher mit dem Angeklagten wohl keinerlei beruflichen Kontakt.

Personen im Bezirkskrankenhaus verletzt

Der 38-Jährige Angeklagte ist bereits vorläufig im Bezirkskrankenhaus Bayreuth untergebracht und hatte dort kurz vor Prozessbeginn mehrere Personen verletzt.