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Prostituiertenmord: Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt | BR24

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Fast 26 Jahre nach dem Mord an einer Augsburger Prostituierten ist das Urteil gefallen: lebenslange Haft für den Angeklagten. Die Schwurgerichtskammer sprach den 50-Jährigen wegen Mordes und Vergewaltigung schuldig.

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Prostituiertenmord: Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt

Fast 26 Jahre nach dem Mord an einer Augsburger Prostituierten ist das Urteil gefallen: Lebenslange Haft für den Angeklagten. Die Schwurgerichtskammer sprach den 50-Jährigen wegen Mordes und Vergewaltigung schuldig.

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Das Augsburger Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte vor 26 Jahren eine Prostituierte ermordet hat. Laut Richterin Susanne Riedel-Mitterwieser sind die Gründe für die Mordtat bis heute unklar. Außerdem wurde der Mann wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen. Diese Tat ereignete sich erst im Jahr 2017. Das Opfer war eine Bekannte des Mannes. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kündigte an, Rechtsmittel einzulegen.

Verteidiger forderten Freispruch

Mit dem Strafmaß folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger des 50-Jährigen hatten dagegen auf Freispruch plädiert. Aus ihrer Sicht reichen die Indizien für eine Verurteilung nicht aus. Die Anwälte gehen zwar davon aus, dass ihr Mandant in der Tatnacht Sex mit der Prostituierten hatte. Die Gewalttat habe aber ein unbekannter späterer Kunde an der Frau begangen.

Opfer arbeitete auf dem Straßenstrich

Der Prostituiertenmord liegt schon Jahre zurück: Die damals 36-jährige Frau wurde im September 1993 ermordet. Sie arbeitete auf dem Straßenstrich. Laut Gericht hat der Angeklagte die nichtsahnende Prostituierte an ihrem Standplatz aufgesucht, sie im Auto mitgenommen und dort attackiert und ermordet. Als er die Kleidung der Frau nach Bargeld durchsuchte, hinterließ er DNA-Spuren. Die Leiche legte er am Bahndamm bei Gessertshausen etwa 15 Kilometer vom Tatort entfernt ab.

Prostituiertenmord ist "Cold Case" aus dem Jahr 1993

In den 1990er-Jahren konnte die Kripo den Fall trotz aufwendiger Ermittlungen nicht klären. Vor einigen Jahren nahm sich die Polizei den ungeklärten Mordfall nochmals vor. Dabei fanden die Ermittler neue DNA-Spuren an der Kleidung des Opfers. Die Spuren führten schließlich zu dem Mann, der sich jetzt vor dem Landgericht Augsburg verantworten musste.

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1993 wurde in Augsburg eine Prostituierte ermordet. DNA-Spuren führten nun zum Täter. Nach einem aufwendigen Indizienproszess wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.