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Urteil: Apotheker verliert Betriebserlaubnis | BR24

© BR/Joseph Weidl

Ein Apotheker aus Jettingen-Scheppach wird seine Betriebserlaubnis nicht zurückbekommen, das hat das Verwaltungsgericht Augsburg entschieden. Er soll Arzneimittel hergestellt haben unter hygienisch fragwürdigen Umständen.

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Urteil: Apotheker verliert Betriebserlaubnis

Ein Apotheker aus Jettingen-Scheppach wird seine Betriebserlaubnis nicht zurückbekommen, das hat das Verwaltungsgericht Augsburg entschieden. Er soll Arzneimittel hergestellt haben unter hygienisch fragwürdigen Umständen.

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Der Entzug der Betriebserlaubnis für einen Apotheker aus Jettingen-Scheppach im Landkreis Günzburg bleibt bestehen. Das hat das Verwaltungsgericht Augsburg heute entschieden. In seiner Urteilsbegründung sagte das Gericht, dass die Zuverlässigkeit des Apothekers nicht mehr gegeben sei.

Unhygienische Zustände im Keller des Apothekers

Bei Durchsuchungen der Kriminalpolizei im privaten Keller des Apothekers hätten unhygienische Zustände geherrscht. Fotos würden dokumentieren, dass etwa der Boden verklebt gewesen sei, auch verschmutzte Apotheken-Instrumente seien dort gefunden worden. Außerdem hätten die Beamten bei der Durchsuchung einen beißenden Geruch wahrgenommen.

Hat der Apotheker in seinem Keller Medikamente herstellt?

Die Kammer sei der Überzeugung gewesen, so Gerichtssprecher Miller, dass der Apotheker in seinem Keller Arzneimittel hergestellt und in Verkehr gebracht habe. Die Anwälte des Apothekers hatten argumentiert, dass es sich bei den Gegenständen im Keller um eine private Sammlung von Apotheker-Instrumenten gehandelt habe, es sei nicht nachgewiesen, dass dort auch Arzneimittel hergestellt worden waren. Außerdem gebe es laut Verteidigern bisher keinen Fall, in dem ein Kunde Schaden genommen hätte.

Gesundheitlich bedenkliche Medikamente sichergestellt

Bei einer Durchsuchung der Apotheke im Juli hatte die Kriminalpolizei zwei selbst hergestellte Arzneien sichergestellt. Dabei handelte es sich um Präparate mit den Wirkstoffen Procain und Roter Reisschalen-Extrakt, die als Nahrungsergänzungsmittel verkauft wurden. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bewertete die Nebenwirkungen als gesundheitlich bedenklich.

Gegen den Apotheker aus Jettingen-Scheppach wird weiter ermittelt

Der Apotheker hatte heute vor dem Verwaltungsgericht gegen den Entzug der Betriebserlaubnis geklagt. Parallel dazu laufen gegen ihn Ermittlungen, die ein mögliches Strafverfahren nach sich ziehen könnten. Das bestätigte einer der Anwälte des Apothekers dem BR.