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Ferienpläne sollten flexibel sein

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    Urlaub in Corona-Zeiten: Reiselust steigt, Unsicherheit bleibt

    Das Fernweh wächst, Anbieter verzeichnen wieder deutlich mehr Buchungen, vor allem klimabewusster Urlaub ist im Trend. Kurzum: Die Branche ist zuversichtlich. Aber die Pandemie mit ihren Nebenwirkungen und Unsicherheiten bleibt ständiger Begleiter.

    Von
    Monika HaasMonika Haas
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    Noch gibt es Preisnachlässe bis zu 40 Prozent für Kurzentschlossene - denn aufgrund der neuen Corona-Variante Omikron und mancherorts bereits verschärfter Restriktionen wie Impfpflichten, Testpflicht oder 2G plus wurden zuletzt Skiurlaub oder auch Fernreisen weniger nachgefragt.

    Nach den historischen Umsatzeinbrüchen 2020 und einem kurzfristigen Aufschwung im zurückliegenden Sommer hat die Tourismusbranche in der laufenden Wintersaison nochmals mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Aktuell buchen viele Kunden lieber sehr kurz- oder langfristig sogar schon für das kommende Jahr. Insgesamt steigt die Reiselust aber deutlich.

    Reisen verlangt mehr Spontanität

    Für das Frühjahr und die Sommersaison ist die Tourismusbranche optimistisch, auch Fernreisen könnten wieder zulegen. Der Flughafen in Nürnberg hat zuletzt 1,1 Millionen und der Flughafen Memmingen knapp 1 Million Fluggäste verzeichnet. Für den Albrecht-Dürer-Flughafen lag das Ergebnis 2021 immerhin schon bei einem Viertel des Normalbetriebs, mit positiver Tendenz.

    Auch der Flughafen München zählte trotz andauernder Corona-Krise wieder höhere Passagierzahlen, mit 10,3 Millionen Fluggästen im zweiten Halbjahr 2021. Seit die USA ihre Reisebeschränkungen aufgehoben haben, ist die Nachfrage nach Urlaubsreisen dorthin sprunghaft gestiegen. Markus Pillmayer, Tourismusexperte der Hochschule München, rät aber, trotz Buchung spontan zu bleiben und sich weiterhin tagesaktuell zu informieren, wie die Infektionslage vor Ort ist und mit welchen Auflagen Touristen oder Hotelbetriebe konfrontiert sind.

    Mehr Routine bei Entschädigung von Urlaubern

    Zum Jahresende gab es weniger Beschwerden von Kunden, deren Reise coronabedingt ausfiel oder storniert wurde. Die Kostenrückerstattung würden von Reiseanbietern oder Airlines inzwischen ausbezahlt. Auch seien die Veranstalter inzwischen besser für ihre Kunden erreichbar, sagt Julia Zeller von der Verbraucherzentrale Bayern. Sie rät aber, bei der Buchung zu beachten, dass die Pandemie weitergehe.

    Wer buchen möchte, solle deshalb auf Hygienemaßnahmen, Stornobedingungen und Versicherungen achten. Es gebe vielfältige Reiseangebote mit der Möglichkeit kostenlos umzubuchen oder zurückzutreten. Flexible Tarife und Buchungsmöglichkeiten sollen Veranstaltern und Reisenden ermöglichen kurzfristig und ohne zusätzliche Kosten zu reagieren.

    Veranstalter und Reisebüros sind mehrheitlich online erreichbar, um ihre Kunden auch bei veränderten Corona-Regeln schnell zu informieren und sie am Urlaubsort zu unterstützen.

    Corona-Impfnachweis und Test werden wichtiger

    Die Kreuzschifffahrt reagiert auf Erfahrungen in der Pandemie und die neue Omikron-Variante. Ab dem 26. Februar sollen beispielsweise Crews und Passagiere ab 12 Jahren nur geimpft und -zusätzlich je nach Reiseziel - mit negativem PCR- oder Antigentest an Bord zum Beispiel von TUI Cruises kommen.

    Aber vor allem autarkes Reisen bleibt gefragt: Wohnmobile und Camper sind laut ADAC bereits stark gebucht, für Pfingsten und die Sommerferien. Dasselbe gilt für Ferienhäuser und -Wohnungen. Viele Angebote lassen sich, individuell gestaltet, auch für Rad- und Wandertouren im Reisebüro pauschal buchen - inklusive Betreuung und Information vor Ort.

    Die Nachfrage ist groß: Hatte Marktführer TUI zuletzt 5,5 Millionen Reisen im Gesamtjahr verkauft, verzeichnet der Urlaubsanbieter für 2022 schon jetzt 4,1 Millionen Buchungen.

    Strenge Corona-Regeln steuern dabei die weltweiten Touristenströme. Länder in Asien und Südamerika, aber vor allem Australien und Neuseeland kontrollieren streng, wer einreisen darf. Viele Fernreiseziele haben rigide Einreisebestimmungen erlassen, verlangen bei der Einreise einen Impfnachweis, negative PCR-Tests oder auch Quarantäne. Weil damit beliebte Reiseziele im Moment nur schwer oder gar nicht wieder erreichbar sind, rät Tourismusforscher Markus Pillmayer, bei Interesse noch abzuwarten. Reisegebiete mit weniger strengen Regelungen für Urlauber dürften dagegen für die Hauptsaison in diesem Jahr früher ausgebucht sein.

    Nachhaltiges Reisen im Trend

    Gut für die Umwelt: Das klimabewusste Reisen wird wichtiger, Bahnfahren wird stark nachgefragt. Ameropa verzeichnet bei den Buchungen bereits 300 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Immer mehr Hotels und Veranstalter im Inland achten auf Klima- und Umweltschutz, einen Überblick gibt die "Exzellenzinitiative nachhaltige Reiseziele vom Deutschen Tourismusverband".

    Urlaub wird in diesem Jahr aber generell teurer werden. Im Vergleich zu den Vorjahren müsse mit Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent bei Reiseanbietern gerechnet werden, heißt es vom ADAC. Denn pandemiebedingt gibt es weiterhin ein verknapptes Angebot bei Airlines, Beherbergung und bei Mietwägen. Dazu ist der Personalaufwand für Corona-Hygienevorgaben gestiegen.

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