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Urlaub in Bayern: Corona-Krise als Chance für kleinere Regionen | BR24

© pa/dpa/Martin Moxter

Urlaub in Bayern: Kleine Regionen wollen Touristen anlocken

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Urlaub in Bayern: Corona-Krise als Chance für kleinere Regionen

Die bayerische Tourismusbranche kämpft, um wieder zu alter Stärke zurückzufinden. In beliebten Regionen klappt das schon sehr gut. Aber auch andere, die bislang nicht im Fokus der Urlauber standen, wollen vom Trend zum "Urlaub dahoam" profitieren.

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Der Luisenhof in Geisfeld - ein altes, fränkisches Fachwerkhaus mit grünen Wänden. Es liegt in der sogenannten Fränkischen Toskana im Landkreis Bamberg. Urlauber Michael Malig ist in diesem Jahr schon zum zweiten Mal da. Er will heute einen Ausflug nach Bamberg machen und bekommt dafür Geheimtipps von der Hausherrin. Der Urlauber genießt die besondere Atmosphäre in der Pension und in der Umgebung. Er will in Zukunft regelmäßig nach Oberfranken kommen.

Tourismus-Krise als Chance

Kleine Touristenregion müssen besonders herausstechen, um Touristen von sich zu überzeugen. Der Luisenhof versucht beispielsweise mit fränkisch-traditionellem Charme zu punkten. Seine Besitzerin, Stefanie Niebuhr, sieht die aktuelle Tourismus-Krise als Chance und will Urlaubsgäste jetzt verstärkt in die Fränkische Toskana locken. Die sei noch ein echter Geheimtipp, sagt sie.

Sie preist vor allem die "Genussmöglichkeiten" der Region an: von Bierkellern über Wandermöglichkeiten zu leckerem Essen habe die Fränkische Toskana einiges zu bieten. Das Gebiet sei "wie so ein kleines Schatzkästchen, hat mal jemand gesagt, das man aufmacht und ganz begeistert ist, was man da so alles entdecken und machen kann", sagt Niebuhr.

Mit Online-Werbung Touristen gewinnen

Einige bekannte Urlaubsregionen profitieren mittlerweile von der globalen Tourismus-Krise. Im Allgäu zum Beispiel verbringen laut dem Tourismusverband heuer viele ihren Jahresurlaub. Die Verweildauer lag die vergangenen Jahre meist bei drei bis vier Tagen, derzeit liegt sie im Schnitt bei sechs bis sieben - Probleme hat die Region eher mit vielen Tagestouristen.

Viele Hoteliers sind zufrieden, erklärt die Leiterin des Tourismusamtes Allgäu, Simone Zehnpfennig. Besonders Urlaube auf dem Bauernhof, Campingplätze und Ferienwohnungen seien in diesem Sommer gefragt. Das bestätigt Oswald Pehel, Geschäftsführer Tourismus Oberbayern München e.V. Lediglich der Städtetourismus sei noch nicht wieder angelaufen.

65 bis 80 Prozent Auslastung im Raum Franken

In weniger bekannten Ferienregionen ist der Andrang allerdings bisher ausgeblieben: Im Raum Franken liegt die Auslastung aktuell bei etwa 65 bis 80 Prozent. Der fränkische Tourismusverband will jetzt über digitale Kanäle verstärkt die Werbetrommel rühren, sagt dessen Vorsitzender Joachim Herrmann (CSU), der auch bayerischer Innenminister ist.

"Es gibt ja viele Mitbürger, die traditionell nach Italien oder Spanien fahren und das in diesem Jahr jetzt gerade nicht tun", sagt Herrmann. Und die wolle man gerade ganz gezielt für einen Urlaub im eigenen Land, speziell in Bayern, gewinnen. "Ich glaube, dass wir da eine Chance haben. Ob das die Verluste des ersten Jahres ausgleichen kann, wird man dann sehen", so Herrmann weiter.

Regionale Urlaubs-Konzepte können funktionieren

Das Angebot im Luisenhof in Geisfeld werde mittlerweile so gut angenommen, dass Familie Niebuhr eine benachbarte, alte Bäckerei zu Ferienwohnungen ausbaut. Die seien in der aktuellen Corona-Zeit besonders gefragt. Doch große Eile ist bisher erst mal nicht geboten: Noch habe die Fränkische Toskana ja den Ruf als Geheimtipp.

© BR

Beliebte bayerische Ferienregionen sind in diesem Sommer sehr gefragt. Nun wollen auch Regionen profitieren, die bislang nicht unbedingt im Fokus der Urlauber standen. So auch die Fränkische Toskana in Oberfranken.

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