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Uralkäuze verlassen Nürnberger Tiergarten in Richtung Freiheit | BR24

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Zwei Uralkauz-Junge aus dem Tiergarten Nürnberg werden ausgewildert. Sie sollen im Fichtelgebirge heimisch werden. Die Zucht von Uralkäuzen im Tiergarten ist erfolgreich: Seit 1965 gelang sie dutzende Male.

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Uralkäuze verlassen Nürnberger Tiergarten in Richtung Freiheit

Wieder einmal verlassen zwei Uralkauz-Junge den Nürnberger Tiergarten. Sie werden in die freie Wildbahn entlassen. Seit vielen Jahren ist die Zucht der Käuze im Tiergarten eine Erfolgsgeschichte.

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In den vergangenen Jahren fand die Auswilderung des Kauz-Nachwuchses hauptsächlich im Bayerischen Wald, in Tschechien und in Österreich statt. Gerade in der Alpenrepublik fühlten sich die ehemaligen Nürnberger Uralkäuze besonders wohl, sagt Helmut Mägdefrau vom Nürnberger Tiergarten. Jetzt schickt der Tiergarten zwei junge Uralkäuze zum ersten Mal ins Fichtelgebirge in die Oberpfalz. Dort sollen sie heimisch werden.

Geschlechtsbestimmung nur via DNA-Probe

Bevor es allerdings so weit ist, müssen die Tiere erst einmal in ihrer Voliere im Tiergarten mit einem großen Kescher eingefangen und anschließend untersucht werden. Dabei geht es um den allgemeinen Gesundheitszustand der Jungtiere und ob sich eventuell Parasiten eingenistet haben. Denn so nah wie heute sind die Tierpfleger den flauschigen Eulen seit ihrer Geburt am 1. April bisher noch nicht gekommen. Da das Geschlecht der Tiere nur mittels einer DNA-Probe bestimmt werden kann, werden ihnen ein paar Federn entnommen. Diese gehen auf dem direkten Weg ins Labor, wo sie untersucht werden.

Erst beringt, dann in die Box

Dann geht es an die Beringung. Jedes Tier erhält einen silbernen Ring mit einer Erkennungsnummer. Dieser wird am Fuß angebracht und dient dazu, die Tiere zukünftig identifizieren zu können. Anschließend kommen die beiden Tiere in je eine hölzerne Transportbox mit ausreichend Luftlöchern. Mitsamt der Box geht’s ab zum Wiegen. Gut ein halbes Kilo bringen die beiden Vögel jeweils auf die Waage.

© BR-Studio Franken

Eines der beiden Uralkauz-Jungen aus dem Nürnberger Tiergarten wird beringt, bevor es in die Freiheit geht.

Eingewöhnung der Uralkäuze dauert vier Wochen

Nun kann die Fahrt ins Fichtelgebirge losgehen. Dort stehen extra für die Auswilderung konzipierte Volieren bereit, in denen sich die Tiere an ihre neue Umgebung gewöhnen können. In diesen für die Käuze offenen Gehegen sind sie zunächst vor natürlichen Feinden wie Mardern oder Füchsen geschützt und können in Ruhe auf Beutejagd gehen. Rund vier Wochen dauert die Eingewöhnung, dann sind die Uralkäuze in der Regel bereit für ihr neues Leben in Freiheit.

Nürnberger Tiergarten internationaler Vorreiter bei der Uralkauz-Zucht

Der Nürnberger Tiergarten ist bei der Zucht der Uralkäuze internationaler Vorreiter: 1965 gelang in Nürnberg die weltweit erste Nachzucht der Käuze, die zuvor im deutschsprachigen Raum lange Zeit als ausgestorben galten. Seit 2003 wurden im Tiergarten 38 Jungtiere von einem Zuchtpaar erfolgreich aufgezogen. 35 davon, eingeschlossen der beiden, deren neue Heimat von nun das Fichtelgebirge sein wird, wurden ausgewildert. Die restlichen drei wurden an andere Züchter weitergegeben, die sich wiederum um die Auswilderung des daraus entstehenden Nachwuchses kümmern.

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