Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Unwetterwarnung der höchsten Stufe: Extremer Schneefall erwartet | BR24

Video nicht mehr verfügbar

Dieses Video konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

© BR

Seit einer Woche kämpft der Süden Bayerns mit dem Schnee, und viele Helfer und Retter schieben Überstunden ohne Ende. Noch mindestens bis Dienstag dürfte die Lage brenzlig sein.

12
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Unwetterwarnung der höchsten Stufe: Extremer Schneefall erwartet

Der Deutsche Wetterdienst hat für die vom Schneechaos betroffenen Regionen im Süden Bayerns erneut eine Unwetterwarnung herausgegeben. Demnach ist mit "extremen Gesamtschneemengen" zu rechnen. Bis zu ein Meter Neuschnee könnte fallen.

12
Per Mail sharen
Teilen

Die höchste Unwetter-Warnstufe 4 gilt laut Deutschem Wetterdienst aktuell für die Landkreise Lindau, Ostallgäu, Oberallgäu, Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land. Erwartet werden demnach ab jetzt extrem starker Schneefall sowie Schneeverwehungen. Dies betrifft Regionen oberhalb von 1.000 Meter. Bis zu ein Meter Neuschnee kann demnach fallen. In den Lagen darunter werde es regnen, was die Schneelast nochmal drastisch erhöht.

In den Hochlagen kann es außerdem zu Sturmböen mit 100 km/h, auf den höchsten Gipfeln sogar zu Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten bis 130 km/h kommen. Die Unwetterwarnung gilt bis Dienstagmittag. Schon jetzt warnen die Behörden davor, dass Straßen und Schienen unpassierbar werden können. Die Gefahr vor Schneebruch steige erheblich. Daher sei es ratsam, möglichst zu Hause zu bleiben.

"Straßen und Schienenwege sind zum Teil unpassierbar. Unter anderem können Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen. Vermeiden Sie alle Autofahrten!" DWD

Mehr Helfer als Schneeschaufeln – Bitte an Bürger

Bis spät in die Nacht hinein wurden in Oberbayern am Freitag und Samstag weitere Dächer von der Schneelast befreit. Es ist ein Wettlauf gegen die neuen Schneefälle, die am Abend erwartet werden.

Tausende Helfer sind im Dauereinsatz – so viele, dass sogar schon Schneeschaufeln ausgehen. Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen bittet deshalb Bürger um Leihgaben von Räumgeräten. Zahlreiche Dächer von öffentlichen Gebäuden wie Turnhallen und Schulen aber auch Firmen-, Hotel- und Privatdächer müssen noch von dem Schneebefreit werden – vor allem Flachdächer sind einsturzgefährdet.

Viele Unfälle beim Dachabräumen

Darum ist weitere Unterstützung unterwegs: Die Bundeswehr hat schon 350 Soldaten im Schnee-Einsatz, weitere 300 sollen dazu kommen. Das Technische Hilfswerk hat rund 1.200 Helfer in den Krisengebieten. Die ehrenamtlichen Kräfte kommen aus Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen. Freiwillige Feuerwehren aus ganz Bayern haben Mannschaften entsendet, um Schnee von den Dächern zu schippen.

Die Regierung von Oberbayern hat Hausbesitzer aufgerufen, vorsorglich ihre Dächer vom Altschnee zu befreien. Jedoch habe es in den letzten Tagen schon zahlreiche Unfälle beim Dachabräumen gegeben. Generell sollte bei der Räumung nur gesichert gearbeitet werden, warnt die Behörde.

Die Nerven liegen vielerorts blank. In Hohenpeißenberg im Landkreis Weilheim-Schongau warf sich ein Mann vor einen Schneepflug und krallte sich an ihm fest - so wollte er den Fahrer "überzeugen", seine private Einfahrt zu räumen. Erst als der Bürgermeister eingriff, beruhigte sich die Situation

In fünf bayerischen Landkreisen gilt wegen Schnee der Katastrophenfall

Inzwischen gilt in fünf Landkreisen der Katastrophenfall. Zuletzt hatte das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen diesen gestern erklärt. Die oberbayerischen Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Traunstein und Teile des Berchtesgadener Lands stellten den Katastrophenfall bereits früher fest.

In Traunstein löst die Bundeswehr heute bis zum frühen Nachmittag mehrere kontrollierte Lawinenabgänge aus. Betroffen sind die Gebiete bei Ruhpolding und Reit im Winkl. Das Landratsamt fordert alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich von den jeweiligen Gebieten fern zu halten.

Schneelage außerhalb Bayerns: Fernpass in Tirol bis Dienstag gesperrt

Die wichtige Fernpassstraße in Tirol (B179) wird wegen der Wetterprognosen vorsichtshalber für mehrere Tage gesperrt. Davon betroffen sein könnten auch viele deutsche Urlauber und Pendler, da es sich bei der Fernpassstraße um eine Hauptreiseroute aus Deutschland handelt. Die deutsche Autobahn A7 wird am Grenztunnel Füssen zur österreichischen B179. Die Sperrung kann nur großräumig über Ehrwald und Garmisch-Partenkirchen umfahren werden.

Video nicht mehr verfügbar

Dieses Video konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

© BR

Im Landkreis Bad Tölz und weiteren vier oberbayerischen Landkreisen gilt der Katastrophenfall. Tausende Helfer der Bundeswehr sowie von THW und Feuerwehren sind im Dauer-Einsatz - etwa in Berchtesgaden. BR-Reporterin Ilanit Spinner im Gespräch.