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Unwetter über Bayern: Überflutungen und Blitzschläge | BR24

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In Bayern kam es in der Nacht zu heftigen Gewittern. In Grainau mussten Häuser evakuiert werden. Zudem sei eine Mure abgegangen. Auch in Unter- und Mittelfranken kam es zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen wegen vollgelaufener Keller und Unfällen.

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Unwetter über Bayern: Überflutungen und Blitzschläge

Heftige Unwetter haben in Bayern gewütet. Im oberbayerischen Grainau trat ein Bach über die Ufer. 350 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Festsitzende Wanderer mussten aus einer Hütte ausgeflogen werden. Die Höllentalklamm ist gesperrt.

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Von
  • Claudia Steiner

Voll gelaufene Keller, umgestürzte Bäume, Blitzschläge, Murenabgänge: Am Abend und in der Nacht sind schwere Gewitter über den Freistaat hinweg gezogen. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurden mehrere Häuser wegen eines über die Ufer getretenen Bachs von der Feuerwehr evakuiert. Rund 350 Anwohner und Urlauber des Ortsteils Hammersbach in der Gemeinde Grainau seien von der Maßnahme betroffen gewesen, teilte die Polizei mit.

Evakuierungen in Grainau

Der im Tal fließende Hammersbach war nach Angaben der Integrierten Leitstelle Oberland infolge der starken Regenfälle und der von den Bergen kommenden Wassermassen über die Ufer getreten. Einwohner und Touristen musste vorsorglich ihre Häuser und Hotels verlassen. Viele Menschen verbrachten die Nacht im Kurhaus.

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Großeinsatz in Hammersbach, Gemeinde Grainau bei Garmisch-Partenkirchen

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Der Hammersbach war über die Ufer getreten. In der Nähe ist auch eine Mure abgegangen.

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Häuser und Hotels wurden in der Nacht evakuiert.

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Touristen musste die Nacht im Kurhaus verbringen.

Inzwischen ist das Wasser zurückgegangen, die Menschen durften wieder in ihre Häuser zurück. In der Nähe ist auch eine Mure abgegangen. Verletzt wurde niemand. Rund 160 Kräfte von Feuerwehr, Wasserwacht und Rettungsdienst aus der gesamten Umgebung waren im Einsatz. Durch das zuständige Wasserwirtschaftsamt wurden umgehend Sicherungsmaßnahmen veranlasst. "Die Einsatzkräfte haben tolle Arbeit geleistet", lobte BR24-Leser Hermann Karpfinger die Helfer von Feuerwehr und Polizei.

Höllentalklamm nach Unwetter gesperrt

Derzeit sind die Wege von Hammersbach Richtung Höllentalklamm gesperrt. Durch den ergiebigen Regen seien Sicherungsseile und Geländer in der Klamm erheblich beschädigt worden, sagte Bernhard Ostler, Klammreferent der Sektion Garmisch-Partenkirchen des Deutschen Alpenvereins dem BR. Der Alpenverein appelliert an Wanderer, die Höllentalklamm derzeit nicht zu betreten. Da befürchtet wird, dass weiterhin Geröll oder Muren abgehen, bestehe Lebensgefahr, so Ostler. Außerdem seien Straßen und Wege durch umgestürzte Bäume, Geröll und Steine blockiert, eine Brücke sei durch das Unwetter weggespült worden. Wann die Höllentalklamm wieder zugänglich ist, sei derzeit unklar.

Wanderer mussten ausgeflogen werden

Rund 60 Wanderer, die auf der Höllentalangerhütte waren, saßen auf dem Berg fest. Sie mussten mit Hubschraubern ausgeflogen werden. Wie der Erste Bürgermeister von Grainau, Stephan Märkl, dem BR sagte, wurde den Wanderern durch das Unwetter der Weg abgeschnitten. Um die Rückholaktion ohne Probleme abwickeln zu können, rief Märkl den Katastrophenfall aus. Dieser ist mittlerweile wieder aufgehoben.

Viele Einsätze in Nürnberg

Heftig waren auch Unter- und Mittelfranken betroffen. Die Feuerwehr in Nürnberg verzeichnete rund 100 Einsätze. Es seien viele überflutete Keller ausgepumpt worden, teilte die Feuerwehr mit. In einem Gebäude schlug ein Blitz ein und trat in zwei Wohnungen durch die Zimmerdecke wieder aus. Ein Feuer wurde dadurch nicht ausgelöst. Außerdem wurde den Angaben zufolge eine Oberleitung der Bahn durch einen brennenden Ast beschädigt. Ein größerer Schaden entstand allerdings nicht.

Starkregen hat auch in Erlangen zu Chaos und Verwüstung geführt. Im Rathaus der Stadt kam es zu einem massiven Wassereinbruch. Betroffen sind neben den Schalterbereichen im Erdgeschoss auch Aufzüge, Elektrik und Sicherheitsanlagen. Aus Sicherheitsgründen und wegen Reinigungsarbeiten bleibt das Rathaus deswegen morgen für den Publikumsverkehr geschlossen.

In Aschaffenburg musste die Feuerwehr 70 mal ausrücken. "In der Gemeinde Haibach stand ein Haus bis zum Erdgeschoss unter Wasser", so ein Sprecher der Feuerwehr. Die Bewohnerin kam verletzt ins Krankenhaus. Zahlreiche Keller liefen voll. Etliche Straßen wurden von Schlamm überspült. In Würzburg gab es 28 Unwetter-Einsätze.

Hausbrand in Schwaben

Während eines Gewitters brannte im schwäbischen Krumbach (Landkreis Günzburg) ein Haus. "Blitzschlag als Brandursache ist nicht auszuschließen", sagte ein Polizeisprecher. Die 30 Jahre alte schwangere Hausbewohnerin rettete sich unverletzt ins Freie. Sie wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Brandstiftung ist den Angaben zufolge ausgeschlossen. Den Schaden schätzte die Polizei auf mindestens 100.000 Euro, da der Dachstuhl des Gebäudes in Krumbach (Landkreis Günzburg) in Flammen aufging. 

Auch in Schwaben rückten die Feuerwehren aus, um einzelne vollgelaufene Keller leer zu pumpen. Auch in der Notaufnahme des Krankenhauses Lindau stand das Regenwasser kurzzeitig. Größere Schäden blieben aber aus. Gravierend war es nur auf der A96 bei Lindau: Dort hatte der starke Regen Kies auf die Fahrbahn gespült, der dann rasch beseitigt werden konnte.

Kaum Schäden in Niederbayern und der Oberpfalz

"Glimpflich davongekommen“ sind dagegen Niederbayern und die Oberpfalz. In der Oberpfalz gab es laut Polizei keine Einsätze, in Niederbayern vier. Demnach stand unter anderem eine Werkstatt in Wenig bei Bad Griesbach im Landkreis Passau unter Wasser. Ursache war ein verstopfter Gullydeckel in der Nähe der Werkstatt. Bei Winzer im Landkreis Deggendorf blieb ein Auto an einer überfluteten Straße stecken.

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Vollgelaufene Keller, Blitzeinschläge und eine Evakuierung eines Ortsteils: Sommergewitter und heftiger Regen haben die Einsatzkräfte in der Nacht zu Sonntag beschäftigt.

Starkregen auch in anderen Teilen Deutschlands

Auch in anderen Teilen Deutschland gab es Gewitter und Starkregen. In Brandenburg führte das Unwetter zu mehr als 500 Einsätzen. Nach Angaben der fünf Regionalleitstellen für Notrufe stürzten Bäume auf Straßen und fielen teils auf Autos, Wasser lief in Keller und überflutete Straßen, Blitze schlugen ein. Auch in Fahrstühlen stand Wasser. In Wernsdorf bei Königs Wusterhausen brannte ein Dachstuhl. Menschen wurden nach bisherigen Informationen nicht verletzt. In Wismar und Umgebung in Mecklenburg-Vorpommern verzeichneten die Feuerwehrleute rund 65 Einsätze. Dort fielen mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Zum Teil wurden Personen durch Blitzschläge verletzt.

Viele Feuerwehreinsätze in Berlin

In Berlin rückte die Feuerwehr unter anderen wegen umgestürzter Bäume aus. Ein Blitzschlag löste einen Dachstuhlbrand aus. Ansonsten verzeichneten die Retter überwiegend Wasserschäden oder Einsätze wegen loser Bauteile an Gebäude.

Landstraße nach Erdrutsch überflutet

In Helmsdorf im Südharz, nordwestlich von Halle/Saale, wurde eine Landstraße nach einem Erdrutsch überflutet und blieb zunächst für den Verkehr gesperrt. Außerdem stürzten in Sachsen-Anhalt vereinzelt Bäume durch Unwetter um - ähnlich wie in Thüringen. Hier berichtete die Polizei unter anderem von abgedeckten Dächern und vollgelaufenen Kellern.

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Unwetter in Mittelfranken: Unterführungen in Nürnberg überschwemmt

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Blitze erhellen in Obernzenn im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken den Nachthimmel

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Unwetter in Mittelfranken

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Überflutungen und heftige Hagelschauer in Fischen im Allgäu

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Überflutungen und heftige Hagelschauer in Fischen im Allgäu

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Überflutungen und heftige Hagelschauer in Fischen im Allgäu

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Überflutungen und heftige Hagelschauer in Fischen im Allgäu

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Dicke Hagelkörner fielen auf Themar in Thüringen herab

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