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In Bayern hat ein Gewitter erneut für Überschwemmungen gesorgt. Vor allem im Allgäu fielen große Regenmengen. Straßen wurden überflutet, die Feuerwehr musste zahlreiche Keller auspumpen. Hagel führte in Oberbayern zu Verkehrsproblemen.

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Heftige Gewitter bringen historische Regenmenge ins Allgäu

In Bayern hat ein Gewitter erneut Überschwemmungen verursacht. Vor allem im Allgäu in Sonthofen und im oberbayerischen Mangfalltal fielen große Regenmengen. Die Bahnstrecke München-Salzburg ist wieder frei. Entspannung ist erstmal nicht in Sicht.

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Von
  • Anna Klein
  • Frank Jordan
  • BR24 Redaktion

Heftige Gewitter mit Starkregen haben in Bayern erneut für Überschwemmungen gesorgt. Schwerpunkte waren dabei im südlichen Oberallgäu, rund um Sonthofen, Rettenberg und Blaichach sowie im südlichen Oberbayern im Mangfalltal.

Die Feuerwehren waren flächendeckend im Einsatz, die Polizei zählte innerhalb von zwei Stunden 76 Einsätze. Zwischen Oberstdorf und Kempten stand das Wasser auf der Straße teilweise bis zur Motorhaube. Das Landratsamt Oberallgäu riet, auf unnötige Autofahrten zu verzichten. In Wagneritz bei Rettenberg wälzten sich Schlammmassen durch die Straßen, wie auf Fotos zu sehen war.

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Bildrechte: BR/Barbara Kristen

Schlammmassen in Wagneritz bei Rettenberg

Große Regenmengen in Sonthofen

Der Hochwassernachrichtendienst meldete, dass binnen einer Stunde etwa 70 Liter Regen pro Quadratmeter in Sonthofen vom Himmel fielen - für die Region "ein unglaublich seltenes Ereignis", wie BR-Wetterexperte Michael Sachweh in der BR24 Rundschau erklärte. Das sei eine unfassbare Menge, wie sie nur alle 200 Jahre vorkomme. Erwartet worden waren etwa 40 Liter pro Quadratmeter.

Hochwasserdienst: Extreme Sturzfluten auf Mittwoch möglich

Entspannung ist am Dienstag noch nicht in Sicht: Der Deutsche Wetterdienst erwartet in der Nacht zum Mittwoch vermehrt Schauer und Gewitter - mancherorts mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Überschwemmungen und extreme Sturzfluten sind nach Angaben des bayerischen Hochwasserdienstes nicht ausgeschlossen. Vor allem in den Alpen, dem südlichen Alpenvorland und im Bayerwald könnten demnach stellenweise bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit runterkommen.

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Wie sind die Wetteraussichten in Bayern? Besteht weiter Unwettergefahr oder beruhigt sich die Lage? Diese und andere Fragen beantwortet BR-Meteorologe Michael Sachweh im BR24 Rundschau-Interview.

Unwetter auch in anderen Teilen Bayerns

Auch im südlichen Oberbayern gab es am Montagabend örtlich heftige Gewitter mit Starkregen und Hagel. Die Einsätze dort konzentrierten vor allem im Mangfalltal. Der Goldbach hat im Bereich Bad Aibling gleich an mehreren Stellen für Überschwemmungen gesorgt: Hunderte Einsatzkräfte mussten in der Nacht das Oberflächenwasser abpumpen, damit der Bach "einigermaßen im Bett bleibt", wie es hieß.

Hunderte Einsätze in Landkreisen Rosenheim und Traunstein

Besonders angespannt war die Lage im Bruckmühler Ortsteil Götting - dort mündet der Goldbach in die Mangfall. Neben Tiefgaragen und Kellern ist das Wasser dort auch in eine Biogasanlage eingedrungen – das THW war hier mit Hochleistungspumpen im Einsatz. Insgesamt rund 340 Einsätze gab es laut Krisenstab des Landratsamtes im Raum Rosenheim, rund 1.000 Einsatzkräfte waren dafür gefordert. Örtlich fielen bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter.

Eher kurz und heftig war die Gewitterfront, die gegen 20.30 Uhr durch den Landkreis Traunstein gezogen ist: von rund 50 Einsätzen berichten dort die Feuerwehren. Aber auch, dass es eher glimpflich abgegangen sei, mit nur einigen umgestürzten Bäumen, überschwemmten Straßen und vollgelaufenen Kellern.

Bahnstrecke München-Salzburg wieder befahrbar

Die wegen Beeinträchtigungen durch Unwetter gesperrte Bahnstrecke München-Salzburg ist inzwischen wieder befahrbar. Das teilte die Deutsche Bahn in der Nacht zum Dienstag via Twitter mit. Die Strecke war zuvor zwischen Rosenheim und Salzburg gesperrt worden, weil Bäume aus der Oberleitung entfernt werden mussten. Weil nur ein Gleis zur Verfügung stehe, könne es aber weiterhin zu Verzögerungen kommen, hieß es.

Hagel im Landkreis Miesbach

Örtlich hagelte es heftig. Im Landkreis Miesbach etwa war die Staatsstraße 2073 stark von Hagelkörnern bedeckt und musste geräumt werden. Auch auf der A8 München-Salzburg kam es am Irschenberg infolge des Unwetters zu erheblichen Problemen, wie eine BR-Reporterin berichtete.

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Davor Knappmeyer

Rettenberg: Ein Feuerwehrfahrzeug fährt durch das hoch stehende Wasser an einem Kreisverkehr vor dem Ort.

Überschwemmungen im Landkreis Coburg

In Oberfranken kam es nach einem kurzen aber kräftigen Gewitter mit starkem Regenschauer im Landkreis Coburg vielerorts zu leichteren Überschwemmungen.

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Bildrechte: BR/Julia Binder

Hagelkörner auf der A8 München-Salzburg

Sturm reißt Hochsitz um - Jäger tot

Bereits am Wochenende hatten starke Unwetter vor allem in Oberbayern gewütet - in Eglfing im Landkreis Weilheim-Schongau kam dadurch nach Angaben der Polizei vom Montag sogar ein Mensch ums Leben. Der 57-jährige Jäger saß am Sonntagnachmittag in einem Waldstück auf einem Hochsitz, als dieser nach bisherigen Erkenntnissen von einer Windböe umgerissen wurde. Eine sogenannte Gewitter-Superzelle, eine mächtige Gewitterwolke, ist Sonntagabend über den nördlichen Bereich vom bayerischen Oberland gezogen. Vor allem zwischen Huglfing, Uffing und Habach hinterließ das Unwetter Verwüstung.

Schlauchbootfahrer unterschätzen Isar nach Unwettern

Am Montagnachmittag mussten Feuerwehr und Wasserwacht am Isarwehr Großhesselohe zwei Schlauchbootfahrer retten. Die Frau und der Mann hatten die Fließgeschwindigkeit der Isar nach den Unwettern der vergangenen Tage unterschätzt, berichtet die Feuerwehr. Das Paar war mit einem Schlauchboot gegen das Wehr getrieben und an der hölzernen Staumauer hängengeblieben.

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Eine sogenannte Gewitter-Superzelle hat gestern im bayerischen Oberland gewütet und schwere Schäden angerichtet. Golfballgroße Hagelkörner prasselten nieder. Ein Mensch kam ums Leben.

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