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Unwetter hinterlassen in vielen Teilen Bayerns Spuren | BR24

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In Oberfranken ist die Polizei aufgrund des starken Regens im Dauereinsatz gewesen Bäche traten über die Ufer, Straßen wurden überflutet.

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Unwetter hinterlassen in vielen Teilen Bayerns Spuren

Nach den heftigen Unwettern über Bayern am Wochenende sind Einsatzkräfte vielerorts mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Das Erlanger Rathaus hat einen Wasserschaden. Die Höllentalklamm ist gesperrt. In Mittelfranken ist die Polizei im Dauereinsatz.

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Schlammlawinen, Wasserschäden, Verkehrsunfälle: Am Sonntag hatten Einsatzkräfte in vielen Teilen Bayerns alle Hände voll zu tun, um die Spuren der heftigen Unwetter zu beseitigen, die am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag über Bayern hinweggezogen waren.

Schäden im Rathaus stellen Erlangen vor Probleme

Im Verlauf des Sonntags musste die Feuerwehr Erlangen rund 180-mal ausrücken. Im Erlanger Rathaus kam es in den Kellerräumen und im Erdgeschoss zu einem massiven Wassereinbruch. Das Gebäude bleibt daher am Montag für den Publikumsverkehr geschlossen, wie die Stadt Erlangen mitteilte. Da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Haus ebenfalls nicht betreten sollen, könnten Anliegen auch telefonisch nicht bearbeitet werden.

Neben dem Rathaus sind die Wassermassen auch in das Bahnhofsgebäude in Erlangen eingedrungen. Das Gebäude wurde teils gesperrt, der Zugverkehr ist nicht betroffen. Wasser gelang auch in die Versorgungsgänge der Uniklinik. Daneben hat der Starkregen unzählige Keller, Unterführungen und Tiefgaragen unter Wasser gesetzt.

Unfälle durch Aquaplaning in Mittelfranken

Die Polizei in Mittelfranken war gut beschäftigt und wurde über 100 Mal zu unwetterbedingten Einsätzen gerufen. Auf den Autobahnen A6 und A3 gab es kleinere Unfälle, vermutlich durch Aquaplaning. Dabei wurden drei Personen leicht verletzt. Am Sonntagmorgen schlug ein Blitz in ein Wohnhaus in Neuhaus an der Pegnitz ein. Dabei wurde niemand verletzt, es entstand ein Sachschaden von rund 100.000 Euro.

Evakuierungen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Der Katastrophenfall in Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist mittlerweile wieder aufgehoben. Nach einem heftigen Unwetter mussten bereits in der Nacht rund 350 Personen vorsorglich evakuiert werden, da die Gefahr einer Überschwemmung im Grainauer Ortsteil Hammersbach bestand. Durch Murenabgänge wurden auch Wege und Brücken zerstört - deshalb mussten 61 Wanderer aus der Höllentalangerhütte ausgeflogen werden.

Höllentalklamm bleibt gesperrt

Nach den Unwettern bleibt die Höllentalklamm in Grainau-Hammersbach vorerst gesperrt. Durch den ergiebigen Regen seien Sicherungsseile und Geländer in der Klamm erheblich beschädigt worden, sagte Bernhard Ostler, Klammreferent der Sektion Garmisch-Partenkirchen des Deutschen Alpenvereins dem BR. Der Alpenverein appelliert an Wanderer, die Höllentalklamm derzeit nicht zu betreten. Da befürchtet wird, dass weiterhin Geröll oder Muren abgehen, bestehe Lebensgefahr, so Ostler. Wann die Höllentalklamm wieder zugänglich ist, sei derzeit unklar.

Oberpfalz: Verschmutzungen durch Schlamm

In der nördlichen Oberpfalz verzeichnete die integrierte Leitstelle bis zum Sonntagabend rund 75 Einsätze, allerdings kämen immer noch neue Alarmierungen hinzu, wie ein Sprecher mitteilte. Die Einsatzkräfte mussten zu vollgelaufenen Kellern, mit Wasser und Schlamm überschwemmten Straßen und vom Wasser nach oben gedrückten Gulli-Deckeln ausrücken. Schwerpunkte sind der Landkreis Neustadt an der Waldnaab und der Landkreis Tirschenreuth. Der Sprecher der Leitstelle sprach von einer normalen Unwetterlage, Verletzte habe es nicht gegeben. Alle Einsätze seien wasserbedingt. Sturm- oder Blitzschäden gebe es bisher keine.

80 Einsatzkräfte in Hof im Einsatz

Nach heftigen Regenfällen hatte sich in Hof ein Schlammfluss gebildet und große Verschmutzungen angerichtet. Nach Angaben der Feuerwehr hatte sich ein Maisfeld gelockert, das auf einem abschüssigen Hang gepflanzt war. Es wälzte sich als Schlamm- und Geröllfluss über eine Straße bis in die Mitte des Ortsteils Wölbattendorf. Dabei drangen Wasser und Schlamm in den Keller eines Geschäftsgebäudes ein. Zeitweise waren 80 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus Hof und benachbarten Städten, das Technische Hilfswerk und Bauhof damit beschäftigt, den Schaden zu begrenzen und die Verschmutzungen zu beseitigen.

Überflutete Straßen in Bayreuth

Die Feuerwehr Bayreuth ist mit mehreren Abteilungen und 100 Rettungskräften im Einsatz. Bei den aktuell 40 Einsätzen geht es vor allem darum, überflutete Straßen zu sperren und Keller auszupumpen. Zudem haben sich auf der A9 im Stadtgebiet zwei Unfälle ereignet, über deren Schwere noch nichts bekannt ist. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte dem BR, die Einsatzkräfte würden gemeinsam mit der Polizei Sturzbäche absichern, Abflussmöglichkeiten für das Wasser schaffen und Sachgüter aus Kellern retten. Die Einsätze verteilen sich über das gesamte Bayreuther Stadtgebiet.

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