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Kam es in den 60er Jahren in einem Kinderheim in Feldafing zu schwerem Kindesmissbrauch? Das will der Paritätische Wohlfahrtsverband nach Berichten Betroffener jetzt systematisch untersuchen. Die Rede ist von "unvorstellbarer Gewalt und Leid".

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"Unvorstellbare Gewalt und Leid": Kindesmissbrauch in Feldafing?

Kam es in den 60er Jahren in einem Kinderheim in Feldafing zu schwerem Kindesmissbrauch? Das will der Paritätische Wohlfahrtsverband nach Berichten Betroffener jetzt systematisch untersuchen. Die Rede ist von "unvorstellbarer Gewalt und Leid".

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Von
  • Lorenz Storch

In einem ehemaligen Kinderheim in Feldafing soll es in den Sechzigerjahren zu schweren Misshandlungen gekommen sein. Das geht aus einer Pressemitteilung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervor. Die Vorwürfe lässt der Verband, der damals Träger des Heims war, nun untersuchen.

Vorwürfe schwerer Misshandlungen

Demnach hatte eine private Recherchegruppe den Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Bayern Ende September darüber informiert, dass es in dem ehemaligen Kinderheim in Feldafing in den 1960er-Jahren zu schwerer sexualisierter Gewalt und Misshandlungen an Kindern gekommen sein soll.

Berichte Betroffener glaubhaft

Die vorliegenden Berichte Betroffener stuft der Wohlfahrtsverband als glaubhaft und sehr ernstzunehmend ein. "Wir sind zutiefst entsetzt über die Berichte der Betroffenen. Dass Kinder in einer ehemaligen Einrichtung unseres Verbandes unvorstellbare Gewalt und Leid erlitten haben, berührt uns tief", wird Margit Berndl, Vorstand Verbands- und Sozialpolitik des Paritätischen in Bayern, in der Mitteilung zitiert.

Anlaufstelle für ehemalige Heimkinder

Der Verband richtet nun einen Beirat mit Experten und Verbandsvertretern ein, auch Betroffene sollen beteiligt werden. Zusätzlich wird ein externes Aufarbeitungsteam beauftragt, das neben der Aufklärung auch Empfehlungen abgeben soll, wie Betroffenen geholfen werden kann. Unabhängig davon können sich Betroffene auch an die zentrale Bayerische Anlaufstelle für ehemalige Heimkinder am Landesjugendamt wenden.

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