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Unverschuldet infiziert: Die Folgen des Hepatitis-Skandals | BR24

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Die Unsicherheit ist groß nach dem Hepatitis-Skandal am Krankenhaus in Donauwörth. Ein Betroffener berichtet von körperlichen und psychischen Problemen.

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Unverschuldet infiziert: Die Folgen des Hepatitis-Skandals

Nach dem Hepatitis Skandal an der Donau-Ries-Klinik in Donauwörther sind die Menschen in der Region immer noch sehr beunruhigt. 50 Hepatitis-C-Infizierte gibt es Stand 12.11., sie machen teilweise eine schwere Zeit durch.

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"Für mich war das ein Schock. Ich war einfach kaputt, ich hab das nicht mehr richtig realisiert, ich hab gemerkt, mein Umfeld, distanzieren sich von mir", erzählt ein Betroffener dem BR. Im Ort werden er und seine Familie gemieden. Auch seine Kinder bekommen das zu spüren, sagt der Familienvater.

Kopfzerbrechen nach erhöhten Leberwerten

Dabei hat seine Therapie gegen die Hepatitis-C-Infektion längst begonnen. Außerdem hat er als erstes seine Frau und seine Kinder testen lassen – alle Tests waren negativ, keine Infektion.

Nach einem Krankenhausaufenthalt im Frühjahr in der Donau-Ries Klinik spürte der Patient, dass etwas mit seinem Körper nicht in Ordnung war. Die Hausärztin machte einen Bluttest, stellte erhöhte Leberwerte fest und wies ihn ins Krankenhaus ein. Dort wurde Hepatitis C diagnostiziert.

Misstrauen im Umfeld

Woher er die Infektion hatte, konnte er sich zu dem Zeitpunkt nicht erklären: "Meine Frau hat gefragt: Bist Du fremdgegangen? Nimmst du Drogen?" Die Antwort hieß nein. Erst sein Vater hörte im Radio von dem schrecklichen Verdacht gegen den Donauwörther Anästhesisten.

Erst war es ein Schock, in gewisser Hinsicht aber auch eine Erleichterung, endlich zu wissen, woher die Infektion stammt: "Es ist eine Gewissheit, wo ich sag, ich muss damit leben." Es hilft zu wissen, dass er nicht schuld an der Infektion ist. Er nimmt Tabletten, macht eine Therapie, ist auch in psychologischer Behandlung. Den Arzt und die Klinik will er verklagen.

Kripo auf Spurensuche

Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Anästhesisten. Die Kripo ist auf Spurensuche: Wie konnten sich die Menschen anstecken? Wenn es der, zu dieser Zeit laut Gesundheitsamt medikamentenabhängige Anästhesist war, kommt die Frage dazu: Wie könnte die Übertragung stattgefunden haben?