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Untreue: Bewährungsstrafe für Ex-Geschäftsführerin in Bayreuth | BR24

© BR/Michael Böhm

Die ehemalige Geschäftsführerin des Vereins Internationales Jugendkulturzentrum Bayreuth ist wegen gewerbsmäßiger Untreue zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

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Untreue: Bewährungsstrafe für Ex-Geschäftsführerin in Bayreuth

Die ehemalige Geschäftsführerin des Vereins Internationales Jugendkulturzentrum Bayreuth ist wegen gewerbsmäßiger Untreue zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Sie hatte Waren im Wert von 186.000 Euro für private Zwecke eingekauft.

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Es war ein kurzer Prozess, und die Angeklagte erhielt eine milde Strafe. Das Amtsgericht Bayreuth verurteilte am Mittwoch (08.01.20) die ehemalige Geschäftsführerin des Vereins Internationales Jugendkulturzentrum Bayreuth wegen gewerbsmäßiger Untreue zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Die 49-Jährige muss also nicht ins Gefängnis, weil sie ein Geständnis abgelegt und den Schaden in Höhe von 186.000 Euro zum Teil bereits wieder gut gemacht hat. 47.000 Euro stattete sie ihrem Arbeitgeber bereits zurück.

Angeklagte will den Schaden wiedergutmachen

Ein so positives Verhalten wie bei Jana S. habe er noch nicht erlebt, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Die 49-Jährige habe auch wesentlich und gründlich zur Aufklärung der 755 Einzelfälle beigetragen. Eine Wohnung, die ihr gehört hatte, wurde in Tschechien mittlerweile zwangsversteigert und soll noch einmal 115.000 Euro Erlös bringen. Die Anwältin von Jana S. ist zuversichtlich, dass im Mai dieses Jahres fast der komplette Betrag zurückgezahlt sein wird.

Entschuldigung unter Tränen

Jana S. sagte in ihrem Schlusswort unter Tränen, sie habe ihre Arbeit im Zentrum geliebt und es tue ihr Leid, was sie dem Verein und den Mitarbeitern angetan habe. Mittlerweile lebt und arbeitet sie wieder in Tschechien.

Lampen, Laptops und Lebensmittel gekauft

Sie hatte in den Jahren 2015 bis 2017 Waren im Wert von 186.000 Euro für private Zwecke eingekauft. 755 Einzelfälle konnten ihr nachgewiesen werden. Dabei benutzte sie eine Kreditkarte des Vereins, sowie zwei Konten, auf die sie Zugriff hatte. Sie kaufte unter anderem Deko-Artikel, Lampen, Laptops, Lebensmittel und Benzin. Einiges davon verbrauchte sie, manches schickte sie ihrer Familie nach Tschechien oder hortete es.

Depressionen nach Trennung vom Ehemann

Als Grund für die Käufe nannte die Anwältin von Jana S. Kaufsucht in Verbindung mit einer Depression. Im Jahr 2015 habe sich der Ehemann von Jana S. getrennt, was sie sehr belastet habe. Die Veruntreuung flog im Herbst des Jahres 2017 auf, weil zahlreiche Pakete im Jugendkulturzentrum ankamen, deren Inhalt dort nicht benötigt wurde. Als Jana S. mit den Vorwürfen des Vereinsvorstands konfrontiert wurde, gab sie die Veruntreuung sofort zu.

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Regionalnachrichten Franken

Von
  • Anja Bischof
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