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Unterwegs im Wahlkampf: Die CSU | BR24

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"Die Lunte brennt von zwei Seiten", sagt ein Wahlkämpfer. Den einen ist die CSU in der Flüchtlingspolitik zu lax, für die anderen hat sie den Bogen überspannt. Und die Partei hat es schwer, Bayern in den Mittelpunkt zu stellen.

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Unterwegs im Wahlkampf: Die CSU

"Die Lunte brennt von zwei Seiten", sagt ein CSU-Wahlkämpfer. Den einen ist die CSU in der Flüchtlingspolitik zu lax, für die anderen hat sie den Bogen überspannt. Noch dazu hat es die Partei schwer, Bayern in den Mittelpunkt zu stellen.

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Die Regensburger Dult, an einem Dienstag Nachmittag Ende August. Es riecht nach Zuckerwatte und Brathendl, ein kleiner Bub versucht sich am Schießstand. Das Kettenkarussell wartet auf Kundschaft. Gegenüber im bestellt Johann Melzl gerade eine Radlermaß. Er und sein Freund Peter Hochmut waren beide CSU-Stammwähler. Welcher Partei sie am 14.Oktober ihre Stimme geben werden, das wissen sie noch nicht.

"Ich habe noch ein paar Jahre zur Rente. Wenn ich die Schwarzen wähle, muss ich bis 70 arbeiten, andere schauen vielleicht, dass ich nicht so lange arbeiten muss oder mehr Rente habe", sagt Hochmut. Und Johann Melzl meint: "Die letzten 20 Jahre sind die Grünen immer belächelt worden. Sie sind gut für die Umwelt, gut für den Mitmenschen. So abwegig ist das gar nicht."

Stammwähler auf Abwegen

Die absolute Mehrheit ist weg, auch wegen der AfD. Die relative Mehrheit ist der CSU in Bayern sicher und nun geht es darum, einen möglichen Koalitionspartner zu stärken. Dass möglicherweise viele so denken, das könnte eine Erklärung sein für die schlechten Umfragewerte.

Söder im Festzelt

Defiliermarsch und Händeschütteln, so zieht Markus Söder samt örtlicher CSU Prominenz ins Festzelt ein. In seiner Rede lobt er den Wohlstand Bayerns und stellt dann seine Projekte vor, die er als Ministerpräsident in kurzer Zeit umgesetzt hat: Grenzpolizei, Asylpaket, Familien- und Pflegegeld. Der Begriff "absolute Mehrheit" fällt nicht in seiner Rede. Aber er meint die absolute Mehrheit, wenn er von bayerischen Verhältnissen spricht, die er erhalten will:

"Ich will nur eins, ich will bayerische und keine Berliner Verhältnisse im Freistaat Bayern." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Bundespolitik überlagert Landtagswahlkampf

Ortswechsel: Die Fußgängerzone in Rosenheim. Bei strömendem Regen baut das Rosenheimer CSU Wahlkampfteam einen Infostand samt Pavillon auf und legt gleich los: die Wahlkämpfer verteilen kleine Lebkuchenherzen, Kugelschreiber, Bonbons und Parkscheiben, jeweils mit CSU Logo. Und finden freudige Abnehmer:

"Wir werden den Söder unterstützten auf jeden Fall", sagt ein Ehepaar, das kurz stehen bleibt. Es gibt aber auch Bürgerinnen und Bürger, um die die CSU noch werben muss. Einen Mann mittleren Alters meint, er müsse noch überzeugt werden, der Stil in der Asyldebatte habe ihm nicht gefallen.

Gratwanderung Asylpolitik

Von Gratwanderung spricht ein CSU-Landtagsabgeordneter. Ein anderer Wahlkämpfer sagt: "Die Lunte brennt von zwei Seiten." Den einen ist die Asylpolitik der CSU immer noch zu lax, andere sehen den Bogen für eine christliche und bürgerliche Partei weit überspannt. Auch das könnte die schlechten Umfragewerte der Christsozialen erklären. Noch ein Problem für die Wahlkämpfer: Viele Themen, mit denen sie an Infoständen konfrontiert werden, betreffen die Bundespolitik: die Asylfrage, Rente, Pflege, all das wird eigentlich in Berlin entschieden.

Protestwähler wegen Angela Merkel

Ein älterer Mann, der hörbar aus der Oberpfalz kommt, spricht Florian Ludwig, einen der Wahlkämpfer an. Es geht, wie in vielen Gesprächen, um das Thema Rente und um Angela Merkel. Die kümmere sich nicht mehr um Deutschland, sei nur noch im Ausland unterwegs, schimpft er. Er sagt, er wählt die AfD aus Protest.

Florian Ludwig berichtet von einigen ähnlichen Gesprächen an Infoständen: "Das ist eine grundsätzliche Schwierigkeit im Augenblick, dass die Emotionalität sehr hoch ist. Da ist dann mit Argumenten schwer beizukommen. Die sind sicher nicht alle zu überzeugen."

Dennoch werben die Rosenheimer CSUler weiter für ihre Partei, in der Hoffnung auf ein möglichst gutes Ergebnis bei der Landtagwahl. Für heute ist nach zwei Stunden im Regen aber Schluss. So schnell, wie der Infostand aufgebaut war, sind Pavillion, Stehtische und Infobroschüren auch wieder in den Wahlkampfbussen verstaut. Und weiter geht’s mit der Gratwanderung im Wahlkampf.

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Autor
  • Eva Lell
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