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Untervermieten während der Wiesn: Was erlaubt ist und was nicht | BR24

© BR/Thomas Becht

Top-Thema in den kommenden Wochen: das Münchner Oktoberfest startet bald - und damit für viele Münchner ein lukratives Geschäft

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Untervermieten während der Wiesn: Was erlaubt ist und was nicht

Von 100 bis zu 350 Euro pro Nacht: Es kann ein lukratives Geschäft sein, die eigene Wohnung in München während des Oktoberfests einige Tage unterzuvermieten. Doch Mieter sollten wissen, was sie dürfen – und was nicht.

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Sonderregeln für die Zeit während des Oktoberfests gibt es beim Untervermieten der Wohnung in München nicht. Doch grundsätzlich gilt: Zunächst einmal muss der eigene Vermieter zustimmen. Ist das der Fall, darf die Wohnung während der Wiesn untervermietet werden.

Unzulässige Untervermietung ab mehr als acht Wochen im Jahr

Erst, wenn eine Wohnung über das ganze Jahr gesehen länger als acht Wochen an Touristen vermietet wird, geht die Stadt München von einer sogenannten Zweckentfremdung aus.

💡 Was ist eine Zweckentfremdung?

Wohnraum wird immer dann zweckentfremdet, wenn er beruflich oder gewerblich genutzt wird (zum Beispiel als Büro oder als Praxis). Gleiches gilt, wenn er als Ferienwohnung vermietet oder abgerissen wird und wenn er länger als drei Monate leersteht. All das ist in München seit 1972 verboten, damit dem Wohnungsmarkt kein Wohnraum entzogen wird. Die Stadt kann eine Zweckentfremdung aber genehmigen, wenn Wohnraum neu geschaffen oder eine Ausgleichszahlung geleistet wird, die dem öffentlich gefördertem Wohnungsbau zugutekommt. Wird weniger als die Hälfte der Fläche etwa als Büro oder als Ferienunterkunft genutzt und ist die restliche Wohnung regulär bewohnt, liegt keine Zweckentfremdung vor. (Erklärt von Veronika Beer, Redaktion BR24-Nachrichten)

Aufpassen muss also, wer seine Wohnung nicht nur während des Oktoberfests, sondern auch im Rest des Jahres immer mal wieder über Airbnb & Co. untervermietet.

Stadt bekommt Hinweise über Online-Meldeplattform

Seit Anfang 2018 gibt es in München eine Online-Meldeplattform, über die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hinweise geben können, wo Wohnungen möglicherweise unzulässig vermietet werden. Mittlerweile seien es so viele Meldungen, dass die Stadt selbst gar nicht mehr auf den Vermietungsportalen suchen müsse, so eine Sprecherin der Stadt gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Höchststrafe liegt bei 500.000 Euro

Zunächst prüft die Stadt diese Hinweise. Wird tatsächlich ein längerer Zeitraum als die acht Wochen nachgewiesen, droht ein Bußgeld, das es je nach Größe der Wohnung und Länge der unzulässigen Untervermietung in sich hat.

Bis zu 500.000 Euro kann die Strafe betragen. Bislang wurde die Höchststrafe zwar noch nie verhängt, im Jahr 2018 wurden aber immerhin 3.000 Verfahren eingeleitet.

Stadt kann Daten von Airbnb & Co anfordern

Die Stadt darf aktuell auch Betreiber von Wohnungs-Plattformen wie zum Beispiel Airbnb auffordern, bestimmte Daten zur Verfügung zu stellen, um unerlaubte Wohnungsvermietungen ausfindig zu machen. In so einem Fall muss es aber einen konkreten Anfangsverdacht geben. Gegen diese Entscheidung des Verwaltungsgerichts München aus dem Dezember 2018, hat Airbnb Berufung eingelegt. Die wird gerade geprüft.

Einkünfte müssen in die Steuererklärung

Auch für Mieter, die zum Beispiel nur zur Wiesn untervermieten, gilt folgendes: Die Einkünfte gehören in die Steuererklärung. "Angeben muss man sie immer", sagt Maximilian Krämer, Rechtsanwalt in einer Münchner Kanzlei und spezialisiert auf Steuer- und Steuerstrafrecht. Ob das im Ergebnis dazu führe, dass tatsächlich Einkommenssteuer bezahlt werden müsse, sei nochmal eine andere Sache.

Bei geringen Einnahmen von weniger als 520 Euro im Jahr ist keine Steuer fällig. Liegt die erhaltene Miete über diesem Betrag, aber schon. Bei den üblichen Preisen zwischen 100 und 350 Euro pro Nacht während der Wiesn ist diese Schwelle schnell überschritten. Dann zählt bei der Steuererklärung der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten. Das heißt: Die anteilige, eigene Miete und die Fixkosten, die in der Zeit selbst gezahlt werden müssen, kann ein Mieter von seinen Einnahmen aus der Untermiete abziehen. Der Überschuss fällt unter die Vermietungseinkünfte in der Einkommenssteuererklärung.