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Unterschiedliche Bedingungen für Atommüll-Endlager in Nordbayern | BR24

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Die Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager in Nordbayern sind uneinheitlich.

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Unterschiedliche Bedingungen für Atommüll-Endlager in Nordbayern

Die Erkenntnisse nach der Infoveranstaltung über ein mögliches Atommüll-Endlager in Nordbayern sind zweideutig: Einerseits ist die Rede von ungünstigen Voraussetzungen, wenig zerklüfteter Granit würde indes für einen Standort sprechen.

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Zu viele Fragen, zu wenig Zeit: Bei einer Online-Infoveranstaltung für ein mögliches Atommüll-Endlager in Nordbayern konnte nicht auf jedes Anliegen eingegangen werden. Etwa 100 Interessenten verfolgten im Durchschnitt die Veranstaltung der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE).

Granit im Fichtelgebirge weniger zerklüftet als gedacht

Generell gilt für den fränkischen Untergrund: Er ist geologisch so schlecht erforscht wie kaum ein anderes Gebiet in Deutschland. Es gebe mit Ausnahme der Thermalwasser-Bohrung in Weißenstadt fast keine Tief-Bohrungen. Im Rahmen dieser Arbeiten habe man herausgefunden, dass in Tiefen unter 500 Meter der Fichtelgebirgsgranit gar nicht so zerklüftet sei wie häufig behauptet. Vor dem Hintergrund, dass zerklüfteter Granit als Wirtsgestein für ein Endlager nicht in Betracht kommen würde, macht dies das Fichtelgebirge als potentiellen Endlager-Standort geeignet.

Fränkische Schweiz ungünstig für Atommüll-Endlager

Die Fränkische Linie zwischen Kronach und Weiden könnte hingegen als Störungszone noch großflächiger für einen Atommüll-Standort ausgeschlossen werden, dazu läuft derzeit ein Forschungsprojekt. Und Karstgebiete an der Oberfläche – wie in der Fränkischen Schweiz – werden als ungünstig bewertet für die bergmännische Erschließung eines Endlagers.

Endlagersuche in Nordbayern: BGE forscht weiter

In den nächsten Monaten werden nun weitere Quellen ausgewertet. Eventuell vorhandene seismische und elektromagnetische Untersuchungen des Untergrunds etwa wurden bisher noch gar nicht in die Arbeit der BGE einbezogen. Auch weitere Forschungsaufträge sollen vergeben werden.

Das Ziel: Der Suchradius soll verkleinert werden, auf so genannte Standortregionen. Dazu macht die BGE einen Vorschlag, über den dann Bundestag und Bundesrat entscheiden. Wann es soweit sein wird – und wie viel von dem fränkischen Gebiet im nächsten Schritt bei der Endlagersuche noch in Frage kommt – das ist bisher unklar.

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