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Unterricht in einer Klasse am Münchner Wilhelms-Gymnasium

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Unterricht statt Faschingsferien? Zehntausende sagen klar Nein

Homeschooling ist weniger effektiv als Unterricht in Präsenz: Darin sind sich eigentlich alle einig. Dass aber in Bayern die Faschingsferien ausfallen, damit versäumter Schulstoff nachgeholt werden kann, dagegen laufen mehrere Petitionen.

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Von
  • Eva Böck

Auch wenn sich alle Beteiligten noch so bemühen: Der Lockdown ist für sehr viele Schüler eine Qual. Nicht selten müssen sie sich unbekannten Unterrichts-Stoff mehr oder weniger selbst aneignen. Die Lernplattform "Mebis" ist in den vergangenen Wochen immer wieder wegen Überlastung zusammengebrochen. Und was, wenn man beispielweise für die Video-Plattform "Microsoft Teams" sein Passwort vergessen hat?

Heftige Kritik an Streichung der Faschingsferien

Jedenfalls war bei vielen Schülern und auch bei vielen Lehrern der Ärger groß, als Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dreikönigstag verkündet hatte, die Faschingsferien (eigentlich geplant vom 15. bis 19. Februar) würden heuer gestrichen, damit die Schüler Versäumtes nachholen können.

Zu den schärfsten Kritikern dieser Maßnahme gehörte die Lehrer-Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, kurz GEW. Sie argumentierte, den Lehrern dürfe in ohnehin sehr fordernden Zeiten nicht noch mehr zugemutet werden. Der Unmut war so groß, dass die GEW eine Petition gestartet hat, zur Rettung der Faschingsferien. Und damit war sie nicht allein.

Zehntausende Unterstützer von Online-Petitionen

Im Netz gibt es mittlerweile einige Online-Petitionen, die Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) dazu auffordern, die Entscheidung zurückzunehmen und die Faschingsferien doch zu belassen.

Unter anderem das Kampagnen-Netzwerk Avaaz : Dort sind es aktuell knapp 40.000 Menschen, die sich dafür aussprechen, dass Schüler und Lehrer im Freistaat doch noch echte Faschingsferien erleben können. Die Initiatoren haben sich zum Ziel gesetzt, auf insgesamt 50.000 zu kommen.

Und die GEW wendet sich auf Openpetition an das Kultusministerium. In dem Aufruf heißt es wörtlich: "Herr Minister Piazolo, nehmen Sie die Streichung der Faschingsferien zurück!".

Zielmarke von 24.000 überschritten

Die Initiatoren bekommen viel Zuspruch: Knapp 26.000 Unterstützer hat die Petition mittlerweile. Die Zielmarke von 24.000 für die Online-Petition ist damit nach wenigen Tagen bereits überschritten.

"Es ist zu befürchten, dass die 11 Wochen durchgehender Schulbetrieb mit vielen Leistungserhebungen verbunden sein werden. Angesichts der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Pandemie erscheint eine Woche Pause und Erholung für Schüler:innen und Familien dringend notwendig." Aus der Online-Petition auf www.openpetition.de

Piazolo: "Es geht darum, ein Schuljahr zu retten"

Ob sich das Kultusministerium tatsächlich noch umstimmen lässt, ist fraglich. Es gehe jetzt darum, ein Schuljahr zu retten, rechtfertigte Piazolo die Entscheidung der Staatsregierung. Und aus seinem Umfeld hieß es, man sei sich "nicht so ganz sicher, ob alle Akteure verstanden haben, was hier gerade passiert".

Immerhin gehe es um die schwächeren Schülerinnen und Schüler. Laut Piazolo darf es nicht so weit kommen, dass einige von ihnen überhaupt nicht mehr an Schule teilhaben.

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