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Untergang der DDR begann in Hofs Partnerstadt Plauen | BR24

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In Hofs Partnerstadt Plauen wird intensiv gefeiert: Heute vor genau 30 Jahren fand dort die erste Großdemonstration in der DDR statt, die das SED-Regime ins Wanken brachte.

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Untergang der DDR begann in Hofs Partnerstadt Plauen

In Hofs Partnerstadt Plauen wird intensiv gefeiert: Heute vor genau 30 Jahren fand dort die erste Großdemonstration in der DDR statt, die das SED-Regime ins Wanken brachte.

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Am 7. Oktober 89 – heute vor genau 30 Jahren – haben mutige und besonnene Menschen im sächsischen Plauen Geschichte geschrieben. Denn nicht in Leipzig, nicht in Berlin, sondern in der vergleichsweise kleinen Stadt ganz im Süden der DDR fand damals die erste Großdemonstration statt, die den Untergang der DDR einläutete. Plauen feiert diesen wichtigen Tag heute – im Beisein von Alt-Bundespräsident Joachim Gauck, Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmar (CDU) sowie dem Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Sachsen, Carsten Uwe Rentzing.

Demonstration von 15.000 Bürgern

Rund 15.000 Männer und Frauen waren am 7. Oktober 1989 auf die Straße gegangen. Sie hatten sich auch von Wasserwerfern nicht einschüchtern lassen, erzählt Zeitzeuge Steffen Unglaub im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Und schließlich konnte der evangelische Superintendent Thomas Küttler erreichen, dass der Plauener Oberbürgermeister sich regelmäßig mit den Demonstranten an einen Tisch setzte.

Da aber die West-Medien nicht in Plauen waren, hat die Welt erst ein paar Tage später davon erfahren – als die couragierte Rentnerin Annaliese Saupe aus Plauen mit dem Zug nach Hof fuhr und versteckt in ihrer Unterwäsche Fotos über die Grenze schmuggelte. Sie übergab sie an Werner Mergner, den damaligen Redaktionsleiter der "Frankenpost". "Das war eine Sensation", erinnert sich Mergner.

Glockengeläut, Friedensgebet und Lasershow

Die Gedenkveranstaltung beginnt um 18.00 Uhr mit dem Glockengeläut der Lutherkirche direkt am Wende-Denkmal gegenüber des Rathauses. Das Denkmal in Form einer überdimensionalen Kerze erinnert daran, dass die Plauener überwiegend friedlich für freie und demokratische Wahlen, Reisefreiheit und andere Grundrechte demonstrierten. Am Rathaus, wo sich vor genau 30 Jahren der damalige SED-Oberbürgermeister Norbert Martin hinter Kampftruppen mit Maschinenpistolen verschanzte, erinnert eine 3D-Lasershow an die Ereignisse 1989.

Bereits im Frühjahr hatten sich Plauener Bürger gegen den Wahlbetrug bei der Kommunalwahl gewehrt. Ein Friedensgebet in der Lutherkirche mit traditionell vielen Kerzen bildet den Abschluss der städtischen Gedenkveranstaltung. Anschließend findet dort noch eine Podiumsdiskussion mit Alt-Bundespräsident Gauck und Zeitzeugen statt – auf Einladung von Katrin Göring-Eckardt, der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag.