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Unterfranken als Standort für Atommüll-Endlager denkbar | BR24

© BR/Albrecht Rauh

Kernkraftwerk in Grafenrheinfeld im Landkreis Schweinfurt

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    Unterfranken als Standort für Atommüll-Endlager denkbar

    Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat einen Zwischenbericht für die Suche nach einem Atommüll-Endlager veröffentlicht. Dafür sind geologische Daten für ganz Deutschland ausgewertet worden. Auch Unterfranken könnte sich für ein Endlager eignen.

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    Von
    • Julia Dechet

    Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat eine Deutschland-Karte veröffentlicht, auf der mehr als die Hälfte bunt eingefärbt ist. In den farbigen Regionen gibt es bestimmte Gesteinsarten, die sich für ein Atommüll-Endlager eigenen. Das sind Salzgestein, Tongestein und kristallines Gestein – also Granit. Kristalline Gesteine sind im Großteil von Bayern zu finden – und auch in Unterfranken. Das bedeutet: Der Großteil von Unterfranken ist grundsätzlich als Standort für ein Atommüll-Endlager denkbar.

    Zahlreiche Untersuchungen stehen noch aus

    Im ersten Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) wurden deutschlandweit 90 Teilgebiete als geologisch mögliche Standorte ausgewiesen – betroffen sind insgesamt 54 Prozent der Fläche Deutschlands. Diese ersten Ergebnisse bedeuten jedoch nicht automatisch, dass in den ausgewiesenen Gebieten sicher ein Atommüll-Endlager entstehen kann. Es müssen nun noch zahlreiche Untersuchungen durchgeführt und weitere Faktoren berücksichtigt werden.

    Bis 2031 soll Standort für Endlager feststehen

    Bislang ging es in den Untersuchungen lediglich um geologische Voraussetzungen. Später soll auch die Erdbebengefahr, die Nähe zum Grundwasser oder die Bevölkerungsdichte rund um einen möglichen Standort untersucht und einbezogen werden. Bis 2031 soll der Standort für ein Atommüll-Endlager feststehen. Hier soll der radioaktive Müll dann eine Million Jahre sicher unterirdisch lagern.

    Grafenrheinfeld: Wird Zwischenlager zum Endlager?

    In Grafenrheinfeld im Landkreis Schweinfurt gibt es bereits ein Atommüll-Zwischenlager. Laut der veröffentlichten Karte des BGE wurde die Region Grafenrheinfeld auch als möglicher Standort ausgewiesen. Ob hier allerdings – alle weiteren Faktoren einbezogen – auch ein Endlager entstehen könnte, lässt sich nicht sagen. Hierfür müssen die folgenden Untersuchungen abgewartet werden. Das Zwischenlager gilt offiziell bis zum Jahr 2046. Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld befindet sich bereits im Rückbau. 33 Jahre lang war das Kraftwerk aktiv.

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