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Unterfränkischer Landwirt wagt Neuanfang mit Käse | BR24

© BR/Frank Breitenstein

Unterfränkischer Landwirt wagt Neuanfang mit Käse

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Unterfränkischer Landwirt wagt Neuanfang mit Käse

Dass Landwirtschaft Arbeit macht, war Armin Zehner aus dem unterfränkischen Oberschwarzach immer bewusst. Doch als das Landwirtschaftsamt dazu riet, weiter zu expandieren, damit sich die Milchwirtschaft lohnt, wagten er und seine Frau den Neuanfang.

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75 Milchkühe versorgt Armin Zehner in seinem Freilaufstall am Ortsrand von Oberschwarzach im Landkreis Schweinfurt. Dabei müssten es eigentlich mindestens doppelt so viele sein, wenn man heutzutage rein vom Milchverkauf leben will. Ohne zusätzliches Personal wäre das aber nicht zu schaffen. Schon jetzt braucht Armin Zehner jeden Tag fünf Stunden fürs Füttern, Melken und Ausmisten. Landwirtschaft macht Arbeit – das war Armin Zehner von Anfang an klar. Denn er ist gern Bauer, sagt er.

Landwirt wollte sich Preisdiktat der Milchindustrie entziehen

Als der Berater vom Amt für Landwirtschaft kam, wollte er ihn dazu ermuntern, nochmal anzubauen und den Viehbestand aufzustocken. Danach zog Zehner die Reißleine. Immer höher, schneller, weiter. Immer mehr Arbeit, immer weniger Zeit für die Familie. Das wollte er einfach nicht mehr mitmachen. Zusammen mit seiner Frau Annette Götz traf Zehner eine Entscheidung, um sich dem Preisdiktat der Milchindustrie zu entziehen.

Käse aus eigener Herstellung

Zunächst ließen sie ihre Milch von einer Käserei in Mittelfranken verarbeiten. Gleichzeitig bauten sie eine eigene Produktionsstätte mit Hofladen. Seit zwei Jahren produzieren sie nun ihren eigenen Käse. Immer am Wochenanfang veredelt Annette Götz die Milch ihrer Kühe. Aus 500 Litern werden an einem Tag 50 Kilo Käse. Mal mit Kräutern, mal mit Gewürzen, mal Natur. Auch Quark und Camembert stehen auf der Wunschliste der Kundschaft. Wenn freitags der Hofladen öffnet, ist die Käsetheke schnell leergekauft.

Schlosskäse aus dem mittelalterlichen Gewölbe

Die drei bis vier Kilo schweren Käselaibe lagern nur wenige 100 Meter entfernt im historischen Gewölbekeller des Echterschlosses in Oberschwarzach. Die alten Mauern bieten ein ideales Klima zum Reifen. Denn Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind entscheidend für die Geschmacksentwicklung. Einmal am Tag wenden Zehner und Götz die Laibe, die auf schlichten Holzregalen liegen. So können sich Form und Rinde gleichmäßig entwickeln, bis das Naturprodukt reif für den Hofladen ist.

Mehr Wertschätzung für Käseherstellung

"Es war nicht ohne, mit Anfang 50 so ein Risiko einzugehen", sagt Armin Zehner. Aber bereut haben er und seine Frau den Schritt bis heute nicht. Vor allem, weil drei ihrer vier Kinder Interesse daran zeigen, den Käse-Hof weiterzuführen. Viel Arbeit haben sie zwar noch immer. Aber die macht jetzt richtig Sinn, meint Zehner. In der alten Art der Landwirtschaft hätten sie nie eine solche Wertschätzung erfahren wie jetzt. Immer wenn seine Frau vom Würzburger Bauernmarkt heimkommt, sei sie richtig zufrieden.

© BR

In Oberschwarzach geht ein Milchviehbetrieb neue Wege.

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