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Unterfränkische Lehrer kritisieren Kultusminister Piazolos Pläne | BR24

© Anke Gundelach/BR-Mainfranken

Der unterfränkische Lehrer- und Lehrerinnenverband kritisiert die Pläne von Kultusminister Michael Piazolo, um dem Lehrermangel zu begegnen. Piazolo hatte laut über eine längere Wochenarbeitszeit, längere Teilzeit, Ruhestand erst mit 65 nachgedacht.

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Unterfränkische Lehrer kritisieren Kultusminister Piazolos Pläne

Der unterfränkische Lehrer- und Lehrerinnenverband kritisiert die Pläne von Kultusminister Michael Piazolo, um dem Lehrermangel zu begegnen. Piazolo hatte laut über eine längere Wochenarbeitszeit, längere Teilzeit, Ruhestand erst mit 65 nachgedacht.

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Der unterfränkische Lehrer- und Lehrerinnenverband hat enttäuscht auf die Reaktion des bayerischen Kultusministers Michael Piazolo (Freie Wähler) auf einen drohenden Lehrkräftemangel reagiert. Wie der erste Vorsitzende des Verbandes, Gerhard Bless, dem Bayerischen Rundfunk sagte, seien die Probleme hausgemacht. Der Stil "über die Presse zu kommunizieren ist unmöglich", sagte Bless. Die Lehrerinnen und Lehrer müssten von derartige Überlegungen aus der Presse erfahren. Vonseiten des Ministeriums gäbe es kein offizielles Schreiben. Die einzigen Lasttragenden seien die Lehrer. Gespräche über Maßnahmen oder eine gemeinsame Analyse der Probleme hätte es mit den Lehrern nicht gegeben.

Kultusministerium habe zu spät auf steigende Schülerzahlen reagiert

Wie Bless betonte, sei dem bayerischen Kultusministerium seit Jahren bekannt, dass die Schülerzahlen in Bayern steigen. Maßnahmen den Beruf attraktiver zu machen habe es jedoch nicht gegeben. Das Problem sei besonders in Unterfranken akut, da hier die drei Bundesländer Thüringen, Hessen und Baden-Württemberg angrenzen. In den vergangenen Jahren seien 150 Lehrer in die anderen Bundesländer ausgewichen, da sie in ihrer Heimatregion keine Anstellung bekommen hätten. Wenn die 150 Lehrer in Unterfranken verfügbar wären, dann wäre das Problem in dieser Region nicht akut.

Arbeit in angrenzenden Bundesländern attraktiver als Umzug

Bless zufolge werden die Lehrer in Thüringen schneller verbeamtet als in Bayern. In den anderen Bundesländern sind die Unterfranken an Planstellen gekommen. Die Zahlen zur Lehrerabwanderung interessiere das Kultusministerium jedoch nicht. Es gäbe darüber keine offiziellen Erhebungen, die habe der Lehrerverband selbst über Umfragen erstellt.

Kultusminister will Lehrermangel mit längeren Arbeitszeiten bekämpfen

Kultusminister Piazolo hatte gestern auf einer Pressekonferenz Maßnahmen vorgestellt, die den Lehrermangel beheben sollen. Dazu gehört, dass die Lehrer kein Sabbatjahr mehr einreichen können, die Teilzeit verlängert wird, der Ruhestand tatsächlich erst ab 65 angetreten werden kann und Grundschullehrer eine Stunde länger pro Woche arbeiten müssten.