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Landwirte aus Unterfranken haben sich Freitagabend auf den Weg nach Berlin gemacht, um am Protest gegen das geplante Insektenschutzgesetz teilzunehmen. In dem Entwurf geht es unter anderem um Verbote von Insektiziden an Gewässerufern.

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Unterfränkische Landwirte bei Protest gegen Insektenschutzgesetz

Landwirte aus Unterfranken haben sich auf den Weg nach Berlin gemacht, um dort am Protest gegen das geplante Insektenschutzgesetz teilzunehmen. In dem Gesetzentwurf geht es unter anderem um das Verbote von Insektiziden an Gewässerufern.

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Von
  • Norbert Steiche

Zwischen 15 und 20 Landwirte haben Freitagabend mit ihren Traktoren von Gädheim im Landkreis Haßberge auf den Weg nach Berlin gemacht. Dort wollen sie den Protest von anderen Bauern unterstützen. Seit rund einer Woche protestieren in Berlin Landwirte an verschiedenen Stellen mit ihren Traktoren gegen einen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze vorgelegten Gesetzentwurf zum Insektenschutz. Dieser Entwurf soll nächsten Mittwoch im Bundestag beschlossen werden.

Sicht der Landwirte

Aus Sicht des Gädheimer Landwirts Florian Schuler würde das Gesetz bedeuten, dass Landwirte auf FFH Flächen oder in Vogelschutzgebieten keine Pflanzenschutzmittel mehr ausbringen dürften. "Das kommt einer schleichenden Enteignung gleich,“ sagte Schuler BR24.

Nach 13 Stunden Fahrt haben die Landwirte aus Unterfranken inzwischen Berlin erreicht. Im Vorfeld der Entscheidung des Bundeskabinetts am kommenden Mittwoch haben landwirtschaftliche Organisationen wie der Bauernverband oder Land schafft Verbindung (LsV) verschiedene regionale Demonstrationen und Mahnwachen geplant. Bereits am gestrigen Freitag hatte der Deutsche Bauernverband vor dem Bundeskanzleramt demonstriert.

Inhalt des Gesetzentwurfs

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Biozide in Naturschutzgebieten, Nationalparks, nationalen Naturmonumenten, Naturdenkmälern und Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung sowie in gesetzlich geschützten Biotopen verboten werden. Außerdem soll in diesen Gebieten sowie in Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH-Gebieten) der Einsatz von Herbiziden sowie biodiversitätsschädigenden Insektiziden verboten werden. Darüber hinaus soll es keinen Pflanzenschutz innerhalb von 10 Metern zur Böschungsoberkante von Gewässern geben. Der Abstand verringert sich auf fünf Meter, wenn der Randstreifen dauerhaft begrünt wird.

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