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Unterfränkische Gewässer in besorgniserregendem Zustand | BR24

© Nathalie Bachmann/BR-Mainfranken

Gewässer in Unterfranken leiden unter den Auswirkungen des Klimawandels. Nachdem sich drei Landtagsabgeordnete mit dem aktuellen Zustand der Gewässer beschäftigt haben, schlagen sie Alarm. Sie fordern, dass Wasserentnahmen zentral erfasst werden.

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Unterfränkische Gewässer in besorgniserregendem Zustand

Gewässer in Unterfranken leiden unter den Auswirkungen des Klimawandels. Nachdem sich drei Landtagsabgeordnete mit dem aktuellen Zustand der Gewässer beschäftigt haben, schlagen sie Alarm. Sie fordern, dass Wasserentnahmen zentral erfasst werden.

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Wie ist der Zustand der Gewässer in Unterfranken? Das wollten die drei unterfränkischen Landtagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen, Paul Knoblach, Kerstin Celina und Patrick Friedl, von der Staatsregierung wissen. Die Antwort, so heißt es in einer Pressemitteilung, lasse das Ausmaß des Klimawandels erkennen.

Mit Wasser müsse man in Zukunft sparsam umgehen

"Mehr als 100 Gewässerstrecken in Unterfranken sind – zumindest zeitweise – ausgetrocknet, die Temperaturen unserer Gewässer steigen und in den letzten 20 Jahren zeigen fünf von sieben Quellwasserständen eine abnehmende Tendenz", fasst Knoblach zusammen. Alles zusammengenommen sei das äußerst alarmierend und zeige, dass man in der Region in Zukunft mit Wasser sparsam umgehen werden müsse. Fünf von 14 Grundwassermessstellen in Unterfranken würden immer weniger Wasser führen.

Grund dafür sei auch die fehlende, systematische Überwachung und Auswertung von illegal entnommenem Wasser, wodurch die Behörden nicht ausreichend auf Verstöße reagieren können. Demnach ist allein im Landkreis Schweinfurt genehmigt worden, jährlich 623.877 Kubikmeter aus dem Grundwasser zu entnehmen. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Wasserverbrauch der Stadt Haßfurt. Im Landkreis Würzburg ist die Entnahmemenge sogar noch deutlich höher: Hier wurde eine Entnahme von 775.003 Kubikmetern Grundwasser pro Jahr genehmigt.

Forderung nach zentral erfassten Wasserentnahmen

Friedl kritisiert, dass nicht alle Entnahmen systematisch erfasst würden, genauso wenig wie Verstöße wegen ungenehmigter oder überhöhter Entnahmemengen: "Eine Auswertung, ob der tatsächliche Bedarf mit der Entnahme übereinstimmt, kann aus diesem Grund überhaupt nicht erfolgen." Celina, Friedl und Knoblach fordern deshalb eine zentrale Erfassung der Daten bei der Regierung von Unterfranken, damit zukünftig die Entnahmegenehmigungen anhand des tatsächlichen Verbrauchs festgelegt werden können. Laut den Abgeordneten dürfe sich die Konkurrenzsituation zwischen landwirtschaftlicher Bewässerung und der Trinkwasserversorgung der Bevölkerung nicht weiter verschärfen.