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Unterfränkische Gärtnereien vor der baldigen Öffnung | BR24

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Bildrechte: BR / Albrecht Rauh

Gärtner wie Hans Hartmann aus Düllstadt im Landkreis Kitzingen leiden unter dem Corona-Lockdown und freuen sich auf die Öffnung.

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    Unterfränkische Gärtnereien vor der baldigen Öffnung

    Für Gärtner wie Hans Hartmann aus Düllstadt endet am Montag eine lange Leidenszeit. In ihren Betrieben warten die Frühlingsblumen auf Abnehmer. Die Corona-Lockerungen für Blumengeschäfte und Gartenmärkte kann für sie nicht schnell genug kommen.

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    Von
    • Albrecht Rauh
    • BR24 Redaktion

    In den Gewächshäusern von Hans Hartmann in Düllstadt im Landkreis Kitzingen herrscht emsiges Treiben. Rund 750.000 Stiefmütterchen in allen möglichen Farben warten hier auf Abnehmer. "Gott sei Dank", sagt der Gärtnermeister, "dürfen ab Montag die Floristen und Baumärkte wieder öffnen." Dieses Frühjahr hätte für seinen Betrieb sonst katastrophal enden können. Jetzt ist Hartmann vorsichtig optimistisch, denn die Hobbygärtner und Blumenfreunde stehen nach dem Winter in den Startlöchern und warten sehnsüchtig auf die blühenden Frühlingsboten.

    Hochbetrieb: Blühende Pflanzen müssen raus

    Ab Montag können die Blumen aus Düllstadt nun endlich ausgeliefert werden. Im vergangenen Jahr – beim ersten Corona-Lockdown im März – musste Hans Hartmann viele seiner Pflanzen vernichten, da die Geschäfte kurzfristig geschlossen wurden. Seit die Nachricht von der Öffnung der Bau- und Gartenmärkte von der Politik verkündet wurde, herrscht in dem Betrieb in Düllstadt Hochbetrieb. Monatelang hatte man auf diesen Termin hingearbeitet. Die Frühlingsblüher sind nun mal Anfang März in ihrem Wachstum soweit, dass sie dann auch schnell aus den Gewächshäusern raus und verkauft werden müssen. "Pflanzen sind ein lebendes Produkt", sagt Hans Hartmann. "Das kann ich nicht ins Lager stellen und in drei Wochen verkaufen. Das muss dann raus, oder alles war umsonst."

    "Wir haben versucht, das Wachstum zu verzögern"

    Viele der Stiefmütterchen, die Hartmann in seinen Gewächshäusern stehen hat, liefert der Gärtner an Bau- und Gartenmärkte. Nachdem aber vor Wochen noch nicht klar war, wann diese in Zeiten der Corona-Pandemie wieder öffnen, hatte er in seinen Gewächshäusern das Wachstum etwa der Hälfte seiner Pflanzen künstlich verzögert: Durch Öffnen der Fenster in den Gewächshäusern kann die Temperatur niedriger gehalten werden, sodass die Pflanzen später zu blühen anfangen.

    Kurzfristige Entscheidungen seien Gift für Gärtnereien

    Seine Stiefmütterchen muss Hans Hartmann jetzt allerdings schnell zum Blühen bringen, da die Saison dafür nur etwa zwei Wochen dauert. Die kurzfristigen Entscheidungen der Politik darüber, wer aufmachen darf und wer nicht, machen dem Gärtner zu schaffen. Eine Woche früher oder später öffnen zu dürfen, meint er, könne für einen Gartenbaubetrieb das Ende bedeuten.

    Verluste im Corona-Jahr 2020 aufgefangen

    Rückblickend auf das Jahr 2020 zieht Hans Hartmann dennoch eine positive Bilanz. Sein Betrieb sei nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Dadurch, dass die Menschen nicht in den Urlaub fahren konnten und wegen des Lockdowns mehr Zeit hatten als üblich, war Hartmanns Geschäftsjahr trotzdem erfolgreich. Den saisonalen Verlust vom Frühjahr 2020 konnte seine Gärtnerei auffangen.

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