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Die Wirtschaft erholt sich nach den vergangenen Monaten wieder. Das bedeutet für viele Speditionen viel Arbeit. Mittlerweile sind die Transportkapazitäten so knapp, dass Experten auch vor Preissteigerungen für die Verbraucher warnen.

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Unterbrochene Lieferketten: Chaos im Transportgewerbe

Weltweit kommt es derzeit zu Engpässen im Frachtverkehr. Ursache dafür sind ein Mangel an Containern und der Stau von Schiffen in Asien. Das wirkt sich zunehmend auch auf das bayerische Transportwesen aus. Die Folge sind Preissteigerungen.

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Von
  • Julia Demel

Auf dem Hof der Spedition Wormser im mittelfränkischen Herzogenaurach geht es hoch her – LKW werden im Minutentakt be- und entladen. Seit Wochen zieht das Geschäft vor allem in der Automobilzulieferindustrie wieder kräftig an. Für diese Hauptkunden transportiert die Spedition die Waren. Alle 190 Lastwagen des Unternehmens sind derzeit voll ausgelastet, mehr Fahrzeuge sind bestellt, aber kaum lieferbar. Die Lieferzeiten der Nutzfahrzeughersteller verlängerten sich auf 20 bis 40 Wochen, kurzfristig zu reagieren sei nicht möglich. Deshalb suche man Subunternehmer, um die Spitzen abzufangen, erklärt Martin Nether, der Vorstandsvorsitzende der Wormser AG.

Handel läuft wieder an

In Deutschland und Europa nimmt der Handel nach dem Lockdown erst jetzt wieder so richtig Fahrt auf. In Amerika und Asien ist das schon viel länger der Fall. Dadurch haben sich weltweite Transportkapazitäten dorthin verlagert. Zudem gibt es gerade massive Störungen im weltweiten Containerhandel, ausgelöst erst durch die Blockade des Suezkanals und dann durch einen Corona-Ausbruch in einem großen chinesischen Hafen. Dort stauen sich nun gerade die Container, die an anderen Orten fehlen.

Konsequenzen sind deutlich spürbar

Neben Lieferengpässen sind erhebliche Preissteigerungen die Folge. Nach Angaben des Landesverbandes der Bayerischen Transport- und Logistikunternehmen hat sich der Preis für die Verschiffung eines Containers binnen eines Jahres verfünffacht. Auch die Verbraucher in Bayern müssen deshalb mit höheren Preisen rechnen, sagt Geschäftsführer Sebastian Lechner: "Teile des Handels haben jetzt schon erhebliche Preissteigerungen angekündigt, für Lebensmittel, für Gebrauchsgüter. Das gibt also einen Preisschub von den Logistik-Ketten ausgehend bis hin zum Endverbraucher."

Geduld, Geduld, Geduld

Ursprünglich war noch mit einer Normalisierung der Warenströme in diesem Jahr gerechnet worden, doch mittlerweile gehen die Experten davon aus, dass es mindestens bis Anfang 2022 dauern wird, bis die Lieferketten wieder reibungslos ablaufen.

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