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Bildrechte: dpa-Bildfunk/ Karl-Josef Hildenbrand

Das Landgericht Memmingen hat die ersten Anklagen im Unterallgäuer Tierschutzskandal zugelassen, zwei Landwirte müssen sich verantworten. Derweil erhebt die Staatsanwaltschaft Kempten Anklage gegen drei Oberallgäuer Milchviehhalter.

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Unterallgäuer Tierschutzskandal: Landgericht lässt Anklagen zu

Das Landgericht Memmingen hat die ersten Anklagen im Unterallgäuer Tierschutzskandal zugelassen, zwei Landwirte müssen sich verantworten. Derweil erhebt die Staatsanwaltschaft Kempten Anklage gegen drei Oberallgäuer Milchviehhalter.

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Von
  • Doris Bimmer
  • Veronika Scheidl

Der Tierschutzskandal, in den mehrere Bauernhöfe im Unterallgäu verwickelt sind, kommt vor Gericht: Ein Sprecher des Landgerichts Memmingen bestätigte auf BR-Anfrage, dass vergangene Woche erstmals zwei Anklagen der Staatsanwaltschaft zur Verhandlung zugelassen wurden.

Somit müssen sich ein Vater und ein Sohn in zwei getrennten Verfahren verantworten. Ihnen wird unter anderem zur Last gelegt, dass sie gemeinsam mit vier Angestellten 58 Rinder nicht vom Tierarzt behandeln ließen, obwohl dies nötig gewesen wäre.

Wann die Prozesse stattfinden werden, steht noch nicht fest.

Unterallgäuer Tierschutzskandal löst zahlreiche Ermittlungen aus

Nach einem heimlich von Tierschützern in einem Betrieb aufgenommenen Video stehen die Unterallgäuer Landwirte seit Sommer 2019 im Fokus der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft Memmingen ermittelt nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen drei Landwirtsfamilien: Die Anklage gegen den zweiten Hofbetreiber werde derzeit noch vom Landgericht geprüft, die Ermittlungen gegen den dritten würden noch andauern, erklärt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Auch im Oberallgäu Verstöße gegen den Tierschutz

Derweil hat die Staatsanwaltschaft Kempten die Ermittlungen gegen drei Landwirte eines Milchviehbetriebs aus dem Oberallgäu abgeschlossen. Wie die Behörde erst jetzt mitteilt, hat sie bereits am 25. Mai 2021 Anklage wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz erhoben. Dass die Fälle vor dem Landgericht Kempten verhandelt werden sollen, begründet die Staatsanwaltschaft mit "der besonderen Bedeutung der Sache".

Vorwurf: Kranke Rinder bekamen keine tierärztliche Versorgung

Bei den drei Angeschuldigten handelt es sich um ein Ehepaar und ihren Sohn. Ihnen werfen die Ermittler vor, in den Jahren 2019 und 2020 mehr als 100 erkrankten Rindern die tierärztliche Versorgung vorenthalten und sich somit bewusst pflichtwidrig verhalten zu haben.

Die Ermittlungen seien sehr umfangreich und aufwändig gewesen, erklärt die Staatsanwaltschaft, weil für jedes einzelne Tier ein Gutachten habe eingeholt werden müssen. Ob es ein Verfahren vor dem Landgericht Kempten geben wird, darüber muss nun das Gericht entscheiden.

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