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Unmut über Quarantäne für 160 Soldaten aus Kaserne in Regen | BR24

© BR/Renate Roßberger

14 Tage im Hotel und zwar kostenlos. Für 160 Soldatinnen und Soldaten aus der Bayerwald-Kaserne in Regen ist das aber kein Luxus, sondern eher störend. Die Männer und Frauen mussten nach einer gemeinsamen Übung in Corona-Quarantäne.

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Unmut über Quarantäne für 160 Soldaten aus Kaserne in Regen

14 Tage im Hotel, kostenlos. Für 160 Soldatinnen und Soldaten aus der Bayerwald-Kaserne in Regen ist das aber kein Luxus, sondern eher störend. Die Männer und Frauen mussten nach einer gemeinsamen Übung in Corona-Quarantäne.

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Für Unmut hat eine zweiwöchige Quarantäne gesorgt, der sich 160 Soldatinnen und Soldaten aus der Bayerwald-Kaserne in Regen momentan unterziehen müssen. Das hat Oberleutnant Sebastian Kurz, der in der Kaserne die Pressearbeit macht, dem BR bestätigt. Zuerst hatte die Passauer Neue Presse darüber berichtet.

Abstand halten im Schützenpanzer?

Die erste Aufregung sei aber inzwischen vorbei. Die meisten sehen die Notwendigkeit jetzt ein und sind sogar froh darüber, weil sie ja auch selber keine Angehörigen anstecken möchten, so Lorenz weiter. Außerdem sei die zweiwöchige Quarantäne, die die Soldaten in Hotels der Region verbringen müssen, Ende dieser Woche vorbei.

Grund für die Quarantäne sind keine positiven Coronatests, sondern eine zweiwöchige Übung auf dem Truppenübungsplatz in Oberlausitz in Sachsen. Dort stand eine Ausbildung im neuen Schützenpanzer "Puma" auf dem Programm. Im Laufe der Übung wurde klar, dass das für Corona nötige "Social Distancing" nicht eingehalten werden kann, vor allem nicht im Panzer. Dort saßen nach Angaben von Lorenz drei Leute eng zusammen.

Familien schützen

Ursprünglich war geplant, die Soldatinnen und Soldaten nach der Übung zwei Wochen in häusliche Quarantäne zu schicken. Dann aber entschied der Sanitätsdienst der Bundeswehr das zentral anders, so Lorenz. Die Gefahr einer eventuellen Ansteckung von Familien und Angehörigen sei bei einer häuslichen Quarantäne zu groß. In einer ähnlichen Lage waren auch schon Soldaten aus der Kaserne in Pfreimd (Lkr. Schwandorf) nach einer Übung in Sachsen-Anhalt.

Unmut bei einigen Soldaten

Einige der Regener Soldaten hatten sich offenbar in den sozialen Netzwerken über die Quarantäne beschwert. Zum einen, weil sie vorher nicht so geplant war, zum anderen, weil sie einzeln in den Hotelzimmern untergebracht sind und sich nur so treffen dürfen, wie sie auch bei den Übungen zusammen waren. Momentan werden die Übungen bei der Bundeswehr auf das Notwendigste reduziert, sagte Lorenz dem BR. Man mache nur das, was für Einsätze nötig sei. Ansonsten halte man sich in der Kaserne an alle Hygiene-und Abstandsregeln.

Quarantäne-Bestimmungen bei der Bundeswehr

Die Quarantäne von 160 Soldatinnen und Soldaten aus der Bayerwald-Kaserne Regen, die nach einer zweiwöchigen Ausbildung auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz weitere zwei Wochen in Hotels abgeschottet wurden, ist eher eine Ausnahme. Das sagte heute ein Pressesprecher des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Koblenz auf BR-Nachfrage. Inzwischen mache man es eher so, dass die Soldaten, die zu einer größeren Übung müssen, schon davor zwei Wochen in häusliche Quarantäne müssen. Erst dann fahren sie auf den Truppenübungsplatz. So sei sicher gestellt, dass sie sich auf dem Platz, wo Soldaten aus verschiedenen Regionen Deutschlands zusammenkommen, teils ohne den Mindestabstand einhalten zu können, nicht gegenseitig anstecken.

Corona-Tests waren negativ

Im Fall der Regener Soldaten war eine Voraus-Quarantäne aus Zeitgründen nicht mehr möglich. Zur Frage, ob es nicht einfacher und preisgünstiger sei, die Soldaten alle nach der Übung auf Corona zu testen, sagte der Pressesprecher: man habe ohnehin alle getestet, die Symptome hatten. Es gab dabei nur negative Ergebnisse. Das Problem, wenn man alle teste, sei, dass die Soldaten ansteckend sein können, bevor ein Test anschlägt. Dann würde man sie nach der Übung , die im Prinzip eine Großveranstaltung sei, weit verstreut in ihre Regionen und Familien zurückschicken. Infektionen dann zu verhindern und nachzuverfolgen , sei extrem schwierig. Deshalb habe man sich für eine "qualifizierte Isolation" entschieden, indem man die Soldaten zwei Wochen lang in Hotels, einzeln in den Zimmern, unterbringt.

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