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Universitäten: Mit gemischten Gefühlen ins neue Semester | BR24

© dpa-Bildfunk

Studierende mit Mund- und Nasenmaske sitzen in der Begrüßungsveranstaltung für Studierende im ersten Semester an der Uni Hohenheim am 29.10.2020.

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    Universitäten: Mit gemischten Gefühlen ins neue Semester

    Ausgerechnet in Coronazeiten sind an Bayerns Universitäten mehr Studierende als je zuvor eingeschrieben. Wie das klappen soll? Wissenschaftsminister Sibler stellte das Konzept vor. Studenten gehen mit gemischten Gefühlen ins heute startende Semester.

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    Für Eva und Florian, die seit ein paar Wochen in einer Fünfer-WG in Garching bei München wohnen, sind wegen der Corona-Pandemie erst einmal Präsenzveranstaltungen ausgefallen. Eva hat gerade in Österreich ihre Matura gemacht und startet jetzt in München mit dem Chemie-Studium. "Es ist schon ein bisschen anders, wie man sich das gewünscht hatte", sagt die 19-Jährige.

    Auch der 22-jährige Florian, der an der Technischen Universität Elektro- und Informationstechnik studieren will, hatte sich den Start ins Studium anders vorgestellt.

    "Erst hatten sie versucht, dass man noch ein paar Sachen in Präsenz hat, Tutorien oder Vorlesungen, wo man Leute auch persönlich kennenlernt, gerade auch in einer neuen Stadt. Aber jetzt mit den steigenden Zahlen wurde das auch alles sehr kurzfristig abgesagt. Ist halt schade, dass es ausfällt, aber ja, ist richtig." Florian, Student an der Technischen Universität

    Florian und Eva bleiben zuversichtlich. Florian hofft, "dass man einfach sagt: Hey, das läuft auch so". Und Eva ist froh, dass man sich ja immer noch treffen könne, "notfalls virtuell". Man sei ja nicht alleine.

    Präsenzveranstaltungen an der Uni und viele Online-Kurse

    Auch wenn die Mehrzahl der Veranstaltungen online stattfinden wird: Bayerns Universitäten sollen mit Präsenzlehre in das neue Wintersemester starten – und das trotz steigender Corona-Zahlen, so Wissenschaftsminister Bernd Sibler. Es gebe aber kein Zurück zur Normalität.

    "Es bleibt beim berühmten Spagat zwischen Präsenz und Vorsichtsmaßnahmen." Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler

    Konkret bedeutet das: Es bleibt dabei, dass – abhängig von der Raumgröße – Veranstaltungen mit maximal 200 Personen erlaubt sind. Voraussetzung dafür: Ein Mindestabstand von 1,5 Metern muss gewährleistet sein. Darüber hinaus müssen die Daten aller Veranstaltungsteilnehmer dokumentiert werden. Sollte der Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern in der jeweiligen Region überschritten werden, gilt außerdem am Sitzplatz Maskenpflicht – faktisch also schon jetzt.

    Fragezeichen für den weiteren Verlauf des Semesters

    Aus Studentensicht ist dieser Plan nicht grundsätzlich neu. Damit hätte der Großteil aller Hochschulen das Wintersemester auch schon geplant, sagt Maximilian Frank, Sprecher des Landesverbands der bayerischen Studierendenvertretungen. Allerdings bezweifelt er, ob diese Maßnahmen angesichts der steigenden Infektionszahlen dann noch ausreichend sind. Auch Minister Sibler stellte klar: Ob das ganze Semester gelingt, hängt vom weiteren Infektionsgeschehen ab.

    Fakt ist aber auch: An Online-Veranstaltungen wird auch dieses Semester kein Weg vorbeiführen. Minister Sibler sieht die Universitäten dafür gut gerüstet.

    "Die Hochschulen und Universitäten haben unglaublich dazugelernt. Das Corona-Sommersemester hat für einen enormen Schub der digitalen Lehre gesorgt." Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler

    Für Studierendenvertreter Maximilian Frank hat die digitale Lehre aber auch ihre Grenzen. Zum einen seien Online-Kurse nicht für alle geeignet. Studenten wären zum Teil von den online-Formaten viel schneller erschöpft als von Präsenzveranstaltungen. Und: Viele Dozierende hätten im Sommersemester ihre normalen, analogen Veranstaltungen einfach nur im digitalen Raum gehalten:

    "Gute digitale Lehre lebt natürlich von Interaktionsangeboten, dass man mal Diskussionsrunden macht, dass zum Auflockern mal ein Quiz dabei ist. Da ist in der Lehre sicher noch Luft nach oben." Maximilian Frank, Studierendenvertreter

    Fest steht für beide Seiten eines: Die Hoffnung darauf, dass das Semester erst einmal wie geplant stattfinden kann.

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