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Uniklinik in China: Schutzmasken-Mangel wegen Coronavirus | BR24

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Schutzmaskenmangel wegen Corona-Virus

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    Uniklinik in China: Schutzmasken-Mangel wegen Coronavirus

    Das Coronavirus bringt ein Krankenhaus in China in Not: Die Uniklinik im zentralchinesischen Chengdu wendet sich deshalb mit einem Hilferuf an ihre ausländischen Freunde und Partner.

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    Die chinesische Uniklinik in Chengdu stößt an ihre Grenzen: Die Vorräte an Mundschutz-Masken und Schutzbrillen seien aufgrund des Coronavirus in etwa zwei Wochen aufgebraucht, sagte die Nürnberger Ärztin Andrea Crämer dem Bayerischen Rundfunk. Das Klinikum bittet nun um Materialspenden.

    Chengdu schickt Team ins Krisengebiet Wuhan

    Crämer studiert in Chengdu Traditionelle Chinesische Medizin und ist derzeit aufgrund von Semesterferien in Deutschland. Ein Team aus 20 Ärzten und Pflegekräften sei aus Chengu nach Wuhan gereist, so heißt es in dem Schreiben. Sie unterstützen die medizinischen Teams im Krisengebiet. Wuhan befindet sich zwei Flugstunden östlich von Chengdu. Den Großteil der Schutzmaterialien aus Chengdu hätten sie nach Wuhan mitgenommen. Dort sei das Material dringender nötig.

    © BR/ Ulrike Lefherz

    Steht in ständigem Austausch mit der Uniklinik im chinesischen Chengdu: Andrea Crämer.

    Niedrige Priorität für Klinikum in Chengdu

    Die Uniklinik in Chengdu muss unterdessen weiterhin Fieberpatienten behandeln, die isoliert werden müssen. Um das eigene Personal zu schützen, habe man sich zum Hilferuf entschlossen. Konkret bittet die Uniklinik um Schutzmasken, Mundschutz für Behandlungen, Schutzanzüge und Schutzbrillen. Crämer sagte dem Bayerischen Rundfunk, sie stehe in ständigem Kontakt mit dem Klinikum. Die Mitarbeiter seien in großer Sorge. Die Materialien werden im Krisengebiet dringender benötigt. Man befürchte, keinen Nachschub mehr zu bekommen. "Das beste Mittel gegen das Corona-Virus ist, es nicht zu bekommen", so Crämer. Deshalb sei der Schutz so wichtig.

    Kultur erschwert chinesischen Hilferuf

    Während ihres Studienaufenthaltes habe sie das Personal der Klinik sehr schätzen gelernt. "Sie sind für mich wie eine zweite Familie", so Crämer. Deshalb setze sie nun alle Hebel in Bewegung, um das Universitätsklinikum Chengdu zu unterstützen. Dass überhaupt ein Hilferuf veröffentlicht worden sei, zeige, wie groß die Notsituation vor Ort sei, so die Nürnberger Ärztin. Aus kulturellen Gründen würden Chinesen nur sehr ungern zugeben, auf Hilfe des Auslands angewiesen zu sein.