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Wie können Corona-Infektionen bei Kindern frühzeitig entdeckt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine neue Studie der Universität Würzburg. Ziel ist es, dass die Kitas bei einem Corona-Fall nicht komplett schließen müssen.

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Uni Würzburg startet Corona-Kita-Studie

Wie können Corona-Infektionen bei Kindern frühzeitig entdeckt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine neue Studie der Universität Würzburg, die heute beginnt. Ziel ist es, dass die Kitas bei einem Corona-Fall nicht komplett schließen müssen.

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Von
  • Carolin Hasenauer

Montagmorgen, 7 Uhr: Noch ist es still in den Gruppen und auf den Fluren der Kita Rasselbande in Heidingsfeld. Doch nach und nach trudeln die ersten Kinder ein. Eine der Erzieherinnen passt die Eltern am Tor ab: "Machen Sie bei der Corona-Studie mit?" Über die Terrassentür betreten die Eltern mit ihren Kindern die Turnhalle. Hier sitzt schon ein Team der Uniklinik Würzburg bereit. Mit einem kleinen Stich in den Finger wird getestet, ob Antikörper im Blut sind – ob das Kind also schon mal mit dem Coronavirus infiziert war. Das Ergebnis soll den Status Quo zu Beginn der Studie festhalten. In zwei Wochen beginnt das Team dann, das Virus mittels Speichelproben festzustellen.

Betreuung soll durchgängig gewährleistet werden

Etwa zwei Drittel der Eltern haben zugestimmt, dass sie und ihre Kinder bei den ersten Tests der Corona-Kita-Studie teilnehmen, die heute an neun Würzburger Kitas beginnt. Die Teilnahme war freiwillig und ihr gingen mehrere Info-Veranstaltungen voraus. Organisiert wird die Studie von der Stadt, der Universität und dem Universitätsklinikum Würzburg. Beteiligt sind Virologen, Allgemeinmediziner sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Würzburger Uniklinik. Ziel ist es herauszufinden, mit welcher Test-Methode das Coronavirus bei Kleinkindern rechtzeitig erkannt werden kann, um dann langfristig zu gewährleisten, "wie wir bestmöglich auch während der Pandemie eine kontinuierliche und sichere Betreuung in Kindergärten ermöglichen können", sagt Studienleiter Professor Johannes Liese, Kinder- und Jugendarzt am Uniklinikum Würzburg. Wenn ein Coronafall in einer Kita auftritt, soll möglichst nur eine Gruppe in Quarantäne geschickt und nicht die ganze Einrichtung geschlossen werden.

Eltern mit großem Interesse dabei

Die Eltern konnten für jede Maßnahme einzeln zustimmen. Für die erste, die heute beginnt, haben 60 Prozent der Eltern zugestimmt. Bei der Kommunikation mit den Eltern und der Organisation vor Ort sind die Forscher natürlich auf die Mithilfe der Kitas angewiesen. Angelika Hechelhammer leitet die bei der Studie teilnehmende Kita Rasselbande in Heidingsfeld und sagt: "Es ist schon eine weitere Belastung, aber für uns war ganz klar, dass wir uns da beteiligen wollen. Denn wir wollen einfach auch herausfinden, wie wir reagieren können, wenn es zu einem neuen Lockdown kommt." Und das sehen auch die meisten Eltern dieser Kita so: "Wenn wir schon die Möglichkeit haben, fände ich es schade, nicht mitzumachen. Die Situation fordert uns alle und da wollen wir unseren Teil beitragen, zu helfen", sagt etwa eine Mutter. Und ein Vater schließt sich an: "Wir waren sofort dabei. Es hilft der Forschung und für uns ist es nützlich, weil der Normalbetrieb besser gewährleistet werden kann."

Verschiedene Test-Methoden

Es gibt verschiedene Gruppen: In zwei Kitas werden Nasenabstriche gemacht, in drei weiteren werden den Kindern aus dem Mundraum Speichelproben entnommen. In drei Kindergärten werden Kinder nur bei Auftreten von Symptomen getestet. Allen Kindern wird zu Beginn der Studie und am Ende mit einem Fingerpieks etwas Blut entnommen, um zu sehen, ob sich Antikörper gebildet haben. Am 5. Oktober beginnen dann die Testungen: Die Kinder sollen über drei Monate hinweg regelmäßig auf eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus getestet werden.

Ergebnisse im Frühjahr 2021

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt im Rahmen des Forschungsnetzwerks InfectControl die Studie mit mehr als einer Million Euro. Im Januar 2021 sollen die Tests abgeschlossen sein. Die Datenauswertung soll im März 2021 beendet sein.

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