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Trotz Corona finden Prüfungen an Universitäten und Hochschulen teilweise in Präsenz statt. Mit verschiedenen Hygienemaßnahmen soll den Studierenden Schutz geboten werden. Doch Studierende sehen das kritisch und fordern mehr digitale Alternativen.

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Uni-Prüfungen: Studenten fordern digitale Alternativen

Trotz Corona finden Prüfungen an Universitäten und Hochschulen teilweise in Präsenz statt. Mit verschiedenen Hygienemaßnahmen soll den Studierenden Schutz geboten werden. Doch Studierende sehen das kritisch und fordern mehr digitale Alternativen.

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Von
  • Vesile Özcan

Die Prüfungen an den Universitäten und Hochschulen sind voll im Gange. Im letzten Semester sind die Vorlesungen und Seminare aufgrund der Corona-Pandemie überwiegend online abgelaufen. Demzufolge werden Studierende momentan auch online geprüft. Aber es gibt noch keine einheitliche Bestimmung, wie die Prüfungsmodalitäten in Zeiten von Corona genau aussehen sollen. Deshalb gibt es weiterhin Klausuren in Präsenz. Das ist laut Anna-Maria Trinkgeld, Sprecherin der Landes-ASten-Konferenz Bayern (LAK), für viele eine Hürde. "Man muss bedenken, dass die letzten zwei Semester vollständige Corona-Semester waren. Das heißt, es hat überwiegend digitale Lehre stattgefunden. Dadurch sind viele Studierende wieder zu ihren Eltern gezogen und haben ihre eigene Wohnung am Studienort aufgegeben", sagt Trinkgeld. Diese Studierenden seien jetzt aber quer durch Bayern unterwegs, um an den Präsenzprüfungen teilnehmen zu können.

Studentin sieht Präsenzprüfungen kritisch

Auch Friederike Fehlig, Mathematik-Studentin an der Universität Würzburg, sieht Präsenzprüfungen kritisch. "Ich denke, in Zeiten von Corona und digitaler Lehre sollte man sich schon gut überlegen, ob man eine Prüfung in Präsenzform macht", meint Fehlig. Es sei für die Studierenden teilweise schwer nachvollziehbar, warum sie das ganze Semester die Vorlesungen von zu Hause aus ansehen müssen, aber dann für die Prüfung trotzdem alle in einem Raum sitzen sollen. "Das ist auch unfair, wenn man auf seine Freunde und anderen sozialen Kontakte verzichtet, aber für die Prüfung kommen muss", erklärt die Studentin.

Hygienemaßnahmen für Präsenzprüfungen an der Uni Würzburg

Um eine Präsenzprüfung in einem geschützten Raum überhaupt durchführen zu können, gibt es jede Menge Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehört an der Universität Würzburg, dass alle eine FFP2- oder medizinische Maske tragen müssen, sich vor Prüfungsbeginn über mehrere Wege registrieren müssen und auch vor dem Prüfungsraum keine Gruppen bilden dürfen. So soll der Abstand zueinander eingehalten werden. Das alles gilt auch für die Prüfung "Mathematische Logik", an der Fehlig teilgenommen hat. Die Studentin hat sich dabei vor allem Sorgen wegen der Maskenpflicht gemacht. Das sei dann aber ganz in Ordnung gewesen. "Natürlich ist man ein bisschen eingeschränkt. Man kann halt während der Prüfung nichts trinken. Aber da das eine Prüfung für 60 Minuten war, ist es gut aushaltbar gewesen. Wenn das eine andere Prüfung wäre, die zum Beispiel auch mal vier Stunden gehen kann, dann wäre es schwieriger gewesen", sagt Fehlig.

Sicheres Gefühl durch Hygienekonzept

Insgesamt habe sich Fehlig während der Prüfung wohl und sicher gefühlt. "Das Hygienekonzept wurde vollständig eingehalten. Ich hatte nie Kontakt zu meinen Kommilitonen. Nicht beim Hineingehen, nicht beim Rausgehen, auch nicht auf der Toilette. Wir wurden einzeln aufgerufen und mussten zum Platz gehen. Dann wurden wir einzeln aufgerufen, um die Klausur abzugeben und rauszugehen", beschreibt die Studentin. Für die Prüfung waren laut dem prüfenden Professor 26 Studentinnen und Studenten angemeldet. In dem Prüfungsraum war Platz für 350 Personen. Somit war der Abstand zwischen den Studierenden Seitens der Universität gesichert. Aktuell würde Fehlig trotzdem digitale Alternativen bevorzugen.

Zwischenfall an der Hochschule Ansbach

Dass Präsenzprüfungen trotz Hygienemaßnahmen nicht immer ganz unproblematisch sind, zeigt ein Zwischenfall an der Hochschule Ansbach. Dort mussten im Januar nach einer Prüfung rund 100 Studierende in Quarantäne." Bei einem Arztbesuch wurde eine Studierende der Hochschule Ansbach positiv auf Corona getestet. Da diese Studierende sich einige Tage vorher in einer Präsenzprüfung der Hochschule befand, wurden in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt alle Studierenden, die Teil der Prüfung waren, in Quarantäne geschickt", so der Hochschulsprecher Michael Lang. In dieser Gruppe der Studierenden seien keine weiteren Corona-Fälle aufgetreten.

Hochschulen und Unis entscheiden selbst

Wie genau sich die Lehre und Prüfungsphase in den nächsten Semestern in Bayern gestalten wird, liegt in der Hand der einzelnen Universitäten und Hochschulen. Laut Bayerischer Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ist es erlaubt, Prüfungen in Präsenz abzuhalten, sofern ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. Trinkgeld von der LAK meint jedenfalls: "Insgesamt gab es in den letzten Semestern viele herausfordernde Bedingungen. Dadurch sind die Studierenden auf die Prüfungen oft weniger gut vorbereitet, aber auch gestresster. Das sind alles Faktoren, die es den Studierenden aktuell nicht leichter machen." Deshalb fordert die Sprecherin mehr digitale Konzepte für die nächsten Prüfungen.

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