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Corona-Behandlung: Klinikum Erlangen stellt Immunplasma her | BR24

© Uniklinik Erlangen

Prof. Dr. Holger Hackstein, Uniklinik Erlangen

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Corona-Behandlung: Klinikum Erlangen stellt Immunplasma her

Das Universitätsklinikum Erlagen darf jetzt therapeutisches Plasma zur Behandlung von schwer erkrankten COVID-19-Patienten herstellen. Laut Robert Koch Institut (RKI) ist das ein vielversprechendes Verfahren.

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Die Uniklink Erlangen sei eine der ersten Einrichtungen in Deutschland, die für die Herstellung von therapeutischem Plasma zur Behandlung von schwer erkrankten COVID-19-Patienten eine behördliche Genehmigung erhalten habe, so das Klinikum.

"Aufgrund der äußerst positiven Resonanz auf unseren Spendenaufruf an ehemalige Corona-Patienten kann die Plasma-Produktion ab sofort starten." Prof. Dr. Holger Hackstein, Leiter der Transfusionsmedizin.

Aktuelle wissenschaftliche Daten würden darauf hinweisen, dass durch COVID-19-Immunplasma eine deutliche Abschwächung der lebensbedrohlichen Verläufe möglich sei. Das Verfahren könnte die Therapie deutlich verbessern und tödliche COVID-19-Infektionen könnten verhindert werden.

RKI beurteilt Verfahren als vielversprechend

Professor Dr. Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), bezeichnete das Vorhaben der Erlanger Forscher als "einen der lohnenswertesten Ansätze". Zahlreiche Studien würden das Potenzial von Rekonvaleszenten-Plasma belegen, sagte Wieler am Dienstag auf der Pressekonferenz des RKI in Berlin. Es sei zwar noch Forschung vor allem zu möglichen Nebenwirkungen nötig. Den Ansatz selbst bezeichnete er allerdings als "sehr vielversprechend".

Ehemalige Corona-Infizierte haben sich zur Plasmaspende gemeldet

Am vergangenen Dienstag (01.04.) hatte das Universitätsklinikum Erlangen ehemalige Corona-Patienten in Franken zu einer Blutplasmaspende aufgerufen. Innerhalb weniger Stunden hatten sich über 200 Personen gemeldet, die an COVID-19 erkrankt gewesen waren und nun Blutplasma spenden wollten. Ihr Körper habe nach einer COVID-19-Infektion spezifische Antikörper gegen das Virus gebildet, die nun aus dem Blut gewonnen werden können.

"Die Blutplasmaspende dauert ungefähr 45 Minuten und ist für die Spender nicht belastender als eine normale Blutspende." Prof. Dr. Holger Hackstein
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Aus dem Blut von Spendern, bei denen Corona geheilt werden konnte, gewinnen Wissenschaftler der Uniklinik Erlangen therapeutisches Plasma. Dieses soll schwer erkrankten Corona-Patienten verabreicht werden.

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