BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern

Forschende der Uni Bayreuth haben sich mit der Nachhaltigkeit von Sportartikeln befasst.

Bildrechte: BR
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Uni Bayreuth entwickelt Label: Wie nachhaltig ist mein Sport?

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das auch in der Sportbranche an Bedeutung gewinnt. An der Uni Bayreuth entwickeln Studierende derzeit ein System, wie der Käufer auf einen Blick erkennen kann, wie nachhaltig Turnschuh, Trikot und Volleyball sind.

Von
Kristina KreutzerKristina Kreutzer
Per Mail sharen

400 Bälle hat Professor Peter Kuhn auf dem Hallenboden ausgebreitet. 50 Mal so viele wären 20.000 und würde die komplette Halle füllen. Der Sportwissenschaftler will damit ganz bildlich zeigen, wie viele Bälle alleine von Wettkampf-Volleyballspielern in Deutschland verbraucht werden. Und das pro Jahr in nur einer Sportart in nur einem Land. Das ist das Ergebnis einer Studie des Professors.

"Das ist kein Produkt, das man einfach kompostieren kann. Das heißt, wir haben hier nicht nur ein schönes Spielgerät, an dem wir Freude haben und das funktionell ist. Sondern wir haben ein ökologisches Problem." Peter Kuhn, Professor Sportwissenschaften, Uni Bayreuth

Nachhaltigkeit in der Sportbranche wird zum Thema

Denn so ein Ball besteht aus vielen unterschiedlichen Stoffen, deren Herstellung viele Ressourcen binden und die nach der Abnutzung nur schwer zu recyceln sind. Das gilt auch für Turnschuhe, Trikots und andere Sportartikel. Aber auch für Ernährung im Sportbereich sowie für ein Bundesligaspiel allgemein.

Für den Konsumenten ist das nicht ersichtlich. Daher entwickelt der Sportwissenschaftler der Uni Bayreuth unter dem Namen "sportainable" gemeinsam mit Studierenden und Unternehmenspartnern einen Messwert, der Nachhaltigkeit in der Sportbranche auf einen Blick erkennbar macht.

"Sportainable": Auf einen Blick, dank farbigem Etikett

Es soll eine Art Etikett entstehen, das durch unterschiedliche Farben den Verbraucher informiert, wie nachhaltig und sozial fair ein Turnschuh, ein Volleyball oder auch die Organisation eines Fußballspiels insgesamt ist. Optisch erinnert dieses Label an die "Nutri-Scores", die bereits aus der Lebensmittelindustrie bekannt sind. Kriterien für den Messwert sind beispielsweise die Rohstoffgewinnung, Schadstoffemissionen, der Transport, die Entsorgungsmöglichkeiten aber auch soziale Bedingungen bei der Herstellung.

Schon vor 30 Jahren hat sich Peter Kuhn mit dem Thema beschäftigt. "Damals war die Zeit aber noch nicht reif dafür. Erst durch Greta Thunberg hat auch das Thema Nachhaltigkeit einen regelrechten Boom erfahren und die jungen Leute engagieren sich auch an der Hochschule sehr", so Kuhn. Gemeinsam haben sie in den vergangenen Wochen unter anderem Öko-Zertifikate und -Labels verglichen und Veranstaltungen und Organisationen im Leistungssport analysiert. Und Kundenerwartungen abgefragt.

Neues Messsystem will den Spaß nicht verderben

Das Messsystem soll jetzt aber auf keinen Fall den Spaß am Sport verderben, sondern vielmehr ein Impuls zum Umdenken sein. Für Unternehmen und Sportler soll es die Möglichkeit bieten, eine fundierte Entscheidung auf der Basis persönlicher Präferenzen zu treffen.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Sendung

Frankenschau aktuell

Schlagwörter