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Uni Bamberg könnte beim Wiederaufbau von Notre-Dame helfen | BR24

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Der Bamberger Kunsthistoriker Stephan Albrecht forscht seit Jahren zu Notre Dame. Er fürchtet, dass die Kathedrale zur Dauerbaustelle wird.

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Uni Bamberg könnte beim Wiederaufbau von Notre-Dame helfen

An der Universität Bamberg gibt es dreidimensionale Scans der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Diese könnten dabei helfen, das weltberühmte Bauwerk nach dem verheerenden Großbrand wieder aufzubauen.

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Forscher der Universität Bamberg haben in den vergangenen 20 Jahren intensiv an der Pariser Kathedrale Notre-Dame geforscht. Nun könnte die Uni bei einem Wiederaufbau die Daten zur Verfügung stellen, sagte Professor Stephan Albrecht vom Lehrstuhl Mittelalterliche Kunstgeschichte dem Bayerischen Rundfunk.

3D-Scans der Kathedrale

Die Forscher haben von dem Bauwerk dreidimensionale Scans angefertigt. Unter anderem habe man das Querhaus sehr genau "Stein für Stein" dreidimensional vermessen. Man könne nun noch einmal messen und dann beim Vergleich der Daten erkennen, ob sich das Mauerwerk verändert habe. So könne man die Schäden besser einschätzen.

Steine könnten zerbröseln

Die Mischung von Hitze, Löschwasser und Kalkstein sei sehr gefährlich, da es zu "Vergipsungen" kommen könne. Will heißen: Die Steine könnten zerbröseln. Ein weiteres Problem sei, dass die Steine des Mauerwerkes durch Eisenklammern verbunden sind. Die Klammern würden sich bei Hitze anders ausdehnen als die Steine. Das könne dazu führen, dass die Steine von innen her zerbrechen. Durch einen Vergleich der Messungen vor und nach dem Brand ließen sich solche Verformungen erkennen.

Dachstuhl nicht rekonstruierbar

Über das Mauerwerk wisse man sehr gut Bescheid. Der Dachstuhl hingegen sei nicht vermessen worden, so Albrecht. Es sei einer der wenigen hervorragend erhaltenen Dachstühle aus dem 13. Jahrhundert gewesen. Der Professor hält es für "völlig ausgeschlossen", diesen Dachstuhl zu rekonstruieren.

"Was weg ist, ist weg"

Es sei vielleicht auch nicht sinnvoll, meint der Professor für Kunstgeschichte. Denn heutzutage würde man zu anderen und leichteren Materialien greifen, etwa zu Stahl. Äußerlich werde man keinen Unterschied sehen. Ein neuer Dachstuhl werde von der Konstruktion her allerdings sicherlich ein ganz anderer sein. Albrecht meint: "Was verloren ist, ist verloren. Was weg ist, ist weg. Was verbrannt ist, ist verbrannt."

Narben werden bleiben

Es werde nun eine neue Phase der Kathedrale geben, dessen Baugeschichte nicht nur aus dem 12., 13., und 19. Jahrhundert bestehe, sondern auch aus dem 21. Jahrhundert. Die Narben werde man auch nach der Rekonstruktion sehen. Albrecht geht davon aus, dass der Wiederaufbau mindestens fünf bis zehn Jahre dauern wird.

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