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Ungleichgewicht von Reha-Kliniken und normalen Krankenhäusern | BR24

© dpa Picture-Alliance/Robert Kneschke

In vielen Reha-Kliniken bleiben Betten leer. In normalen Krankenhäusern fehlen Betten. Ein großer Gegensatz in Zeiten von Corona.

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    Ungleichgewicht von Reha-Kliniken und normalen Krankenhäusern

    Leere Patientenbetten in den unter- und oberfränkischen Reha-Kliniken auf der einen Seite – normale Krankenhäuser am Limit auf der anderen Seite: Der Gegensatz im Pflegebereich könnte in Zeiten des Coronavirus nicht größer sein.

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    Die Gewerkschaft Verdi kritisiert genau dieses Ungleichgewicht. Einige Reha- und Kureinrichtungen schließen ihre Pforten oder kündigen Kurzarbeit an, während das Gesundheitssystem und sein Personal in unzähligen Einrichtungen an ihr Limit gefahren werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

    In den acht Reha-Kliniken der Deutschen Rentenversicherung (DRV) in Unterfranken und Oberfranken ist der normale Reha-Betrieb eingestellt. Behandelt werden dort nur noch Patienten, bei denen eine sogenannte Anschluss-Heilbehandlung nötig ist.

    Reha-Kliniken entlasten Akut-Krankenhäuser

    An den Standorten, zum Beispiel in Bad Kissingen oder Bad Brückenau in Unterfranken sowie in Bischofsgrün (Lkr. Bayreuth) oder Bad Steben (Lkr. Hof) in Oberfranken, werden von den Mitarbeitern zum Beispiel Patienten betreut, die gerade eine Operation hatten. Damit würden die Reha-Kliniken die Akut-Krankenhäuser entlasten, erklärte Sandra Skrzypale, die Pressesprecherin der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern.

    Medizinstudenten unterstützen Uni-Klinik Würzburg

    Die Uni-Klinik in Würzburg arbeitet derzeit am Anschlag und holt jetzt sogar Medizin-Studenten zur Unterstützung. Ungefähr 200 Studierende arbeiten nach Angaben der Klinik aktuell auf der Intensivstation, in der Notaufnahme oder in der Covid-Untersuchungsstelle. Mehr als 800 haben sich nach einem Aufruf des Krankenhauses freiwillig gemeldet.

    Vorbereitung auf Corona-Patienten

    In Akut-Krankenhäusern, wie der Würzburger Uni-Klinik, könnten eigentlich auch die Mitarbeiter von unterfränkischen Reha-Kliniken aushelfen. Doch auch diese Krankenhäuser bereiten sich auf die Aufnahme von Covid-Patienten vor. Dafür brauchen sie ihr Personal. Beispielsweise die Mitarbeiter in den Kliniken der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern richten derzeit Isolierstationen ein und werden im Umgang mit ansteckenden Patienten und Schutzkleidung geschult. Sollten die Zahlen erheblich ansteigen, müssten die Rehakliniken jederzeit bereit sein, Patienten aufzunehmen, so Sandra Skrzypale.

    "Wir stehen in engem Kontakt mit den Krisenstäben in der jeweiligen Region und melden täglich freie Betten in unseren Reha-Kliniken. Die Struktur steht. Im Ernstfall sind wir vorbereitet." Sandra Skrzypale, Pressesprecherin Deutsche Rentenversicherung Nordbayern

    Kurzarbeit ist in den Kliniken der Rentenversicherung kein Thema. "Weil es sich bei unseren acht Kliniken nicht um eigenständige juristische Personen handelt, sondern diese als Eigenbetriebe Teil des Trägers DRV Nordbayern sind, sind jedenfalls derzeit keine personellen oder wirtschaftlichen Folgen aufgrund der Coronakrise zu befürchten", so die Sprecherin weiter. Anders sieht es bei kleinen Privatkliniken wie der Deegenberg-Klinik in Bad Kissingen aus. Dort ist aktuell nur etwa die Hälfte der rund 200 Patientenbetten belegt und es sind weniger Pflegekräfte im Einsatz.

    Kurzarbeit in Reha-Kliniken im Gespräch

    Deshalb sei im Gespräch, die Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken – auch um deren Arbeitsplätze zu sichern, so Verwaltungsleiterin Dorothea Deeg. Der Betrieb gehe trotzdem weiter. Auch in der Deegenberg-Klinik werden nur noch Patienten behandelt, bei denen es medizinisch notwendig ist.

    "Auch unsere Klinik hat sich – wie vom Ministerium gefordert – bereit erklärt, pflegebedürftige Patienten aufzunehmen. Allerdings sind wir nicht auf Lungen-Krankheiten spezialisiert, sondern zum Beispiel auf innere Medizin, Kardiologie und Orthopädie. Unsere Mitarbeiter müssten erst geschult werden." Dorothea Deeg, Verwaltungsleiterin Deegenberg-Klinik in Bad Kissingen

    Die Marbachtal-Klinik in Bad Kissingen, in der normalerweise Patienten mit psychosomatischen Krankheiten behandelt werden, steht aktuell leer. Auch in der Klinik Rhön in Bad Kissingen und in der Reha-Klinik Hartwald in Bad Brückenau ist der Betrieb eingestellt.

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