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OP-Masken liegen übereinander

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    Ungeeignete Schutzmasken wurden wohl teilweise verwendet

    Ein Teil der rund zehn Millionen OP-Masken mit mutmaßlich gefälschter Qualitätsbestätigung wurde in der frühen Phase der Pandemie offenbar verwendet. Das geht aus der Antwort des LGL auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor.

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    • BR24 Redaktion

    In Bayern sind offenbar ungeeignete Schutzmasken zum Einsatz gekommen. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hatte die Masken im April 2020 für rund neun Millionen Euro von zwei Unternehmern aus der Oberpfalz gekauft. Einer der beiden ist Kommunalpolitiker der Freien Wähler. Die Masken sollen eine mutmaßlich gefälschte Qualitätsbestätigung haben.

    Keine Angaben zum Verbleib der übrigen Masken

    Das LGL hatte die Masken an die Kreisverwaltungsbehörden weitergegeben, nun erklärte es: "Es ist davon auszugehen, dass ein Teil der Masken, als diese noch als verwendbar galten, von den Kreisverwaltungsbehörden an Bedarfsträger ausgeliefert und dort aufgrund des großen Bedarfs während der ersten pandemischen Welle und des zusammengebrochenen Marktes für Schutzmasken verbraucht wurde." Darüber, was mit gegebenenfalls übrigen Masken passierte, nachdem klar geworden war, dass sie nicht eingesetzt werden dürfen, hat das LGL keine Informationen.

    Gutachten brachte Unbrauchbarkeit ans Licht

    Die Masken waren im April und Anfang Mai 2020 ausgeliefert worden. Erste Hinweise auf potenzielle Unstimmigkeiten gab es laut LGL Anfang Mai. Daraufhin habe man "umgehend" ein Gutachten in Auftrag gegeben. "Nachdem hinreichende Informationen vorlagen, wurde die Sperrung des Produktes und ein Rückruf initiiert", erklärte die Behörde. Die Vorwürfe waren vergangene Woche nach der Verhaftung der beiden Unternehmer bekanntgeworden. Bei einer Razzia waren mehrere Wohn- und Geschäftsräume im Raum Neumarkt durchsucht worden.

    Hubert Aiwanger um Hilfe gebeten

    Bayerns Vizeministerpräsident und Freie Wähler-Vorsitzender Hubert Aiwanger hatte in einer Mitteilung bestätigt, dass einer der Beschuldigten sich im Frühjahr 2020 mehrfach an ihn gewandt und um Hilfe bei seinen Maskenlieferungen gebeten hatte. Aiwanger habe - "wie bei vielen anderen Anfragen und Lieferanten" - seine Anliegen an das LGL weitergeleitet. "Sollten die Vorwürfe zutreffen, ist dies ein weiterer Beleg dafür, dass eine einheimische Maskenproduktion mit heimischer Qualitätsgarantie unverzichtbar ist", so Aiwanger in seiner Mitteilung.

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