BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Unfall mit drei Toten: Vier Jahre Haft für SUV-Raser | BR24

© BR24

Der SUV-Fahrer, der an einer Münchner Kreuzung in einen Kleinwagen gerast war, ist zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

14
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Unfall mit drei Toten: Vier Jahre Haft für SUV-Raser

Der SUV-Fahrer, der an einer Münchner Kreuzung in einen Kleinwagen gerast war, ist zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Außerdem darf der Mann nie wieder einen Führerschein haben. Bei dem Unfall waren 2017 drei Menschen getötet worden.

14
Per Mail sharen

Im Prozess am Amtsgericht München gegen einen SUV-Fahrer, der an einer Kreuzung in München mit seinem Auto in einen Kleinwagen gerast war, ist der Angeklagte zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Außerdem verfügte das Gericht, dass der 62-jährige Münchner nie wieder einen Führerschein haben darf. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Richterin sprach von einem der schwersten Verkehrsunfälle in der Landeshauptstadt seit Jahren: Drei Franzosen kamen damals ums Leben.

Forderung der Staatsanwaltschaft: drei Jahre Haft

Das Gericht sprach den Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung schuldig. Beim Strafmaß übertraf das Amtsgericht die Staatsanwaltschaft, die drei Jahre Haft gefordert hatte. Der Verteidiger hatte für eine Bewährungsstrafe plädiert.

Der angeklagte 62-Jährige sagte in dem Prozess selbst nicht aus, sein Anwalt entschuldigte sich zu Beginn der Verhandlung aber stellvertretend bei den Opfern.

SUV rammte Kleinwagen mit fast 130 km/h

Der Unfall ereignete sich am 16. September 2017 auf der Wasserburger Landstraße, einer mehrspurigen Ausfallstraße im Münchner Osten. Eine 68-Jährige Französin, ihre beiden Kinder und der Freund der Tochter waren mit einem Mietwagen unterwegs zu einer Geburtstagsfeier. Extra deswegen waren sie nach Deutschland gekommen.

An einer Ampel, als sie mit ihrem Opel Corsa gerade erst wieder anfahren wollten, fuhr der damals 60-Jähriger aus dem Landkreis Ebersberg von hinten mit einem schweren BMW X5 auf – mit fast 130 Stundenkilometern. Erlaubt wären an der Stelle nur 50 km/h.

Drei Tote bei Raserunfall

Der Corsa wurde über die Kreuzung geschleudert und fing Feuer. In dem Wrack starben drei Menschen. Nur die 68-Jährige überlebte mit schwersten Verletzungen, von denen sie sich bis heute nicht erholt hat.

Warum der Mann so schnell unterwegs war, konnte das Gericht nicht klären. Es habe keinen technischen Defekt gegeben, sagte die Richterin. Außerdem habe der Fahrer keinen Anfall oder einen Blackout am Steuer gehabt. Auch Alkohol oder Drogen seien nicht im Spiel gewesen. Sie stellte fest: "Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, warum man dort so schnell fährt."