Autounfall mit Blechschaden (Symbolbild)
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Unfälle provoziert: Urteil gegen mutmaßlichen Autobumser fällt

Immer wieder hat ein Autofahrer in Neumarkt absichtlich Unfälle provoziert. Dadurch hat er von Versicherungen Zehntausende Euro kassiert. Jetzt soll das Urteil fallen, ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz am .

Mit einem Urteil geht am Donnerstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth das Verfahren gegen einen 46-jährigen Mann aus Neumarkt in der Oberpfalz zu Ende. Er soll über Jahre eine ganze Serie von Autounfällen verursacht und dann von Versicherungen Zehntausende Euro kassiert haben.

Immer gleiche Masche bei Autounfällen

Sein Vorgehen folgte dabei immer dem gleichen Modell: An zwei verschiedenen und unübersichtlichen Kreuzungen in Neumarkt provozierte er Unfälle. Der Trick bestand darin, entweder beim Einfädeln noch schnell Gas zu geben oder eine Rechts-vor-Links-Situation zu seinen Gunsten auszunutzen. Damit lag nie die Schuld bei ihm, sondern bei den ahnungslosen Fahrern der anderen Autos.

Zeugen immer noch von Unfällen schockiert

Diese Autofahrer waren im Prozess als Zeugen geladen und wunderten sich immer wieder über das Vorgehen des Mannes, der nach den Unfällen auch noch Verletzungen vorgetäuscht hatte. Einer 84-jährigen Autofahrerin, so heißt es, stand im Gerichtssaal noch der Schrecken über den Unfall ins Gesicht geschrieben. Weil der jetzt angeklagte Mann so stark Gas gab, drehten sich die Autos mancher Unfallopfer um die eigene Achse, einige Unfallopfer mussten in ärztliche Behandlung. Außerdem bekamen die Autofahrer ein Bußgeld, Punkte in Flensburg und die Kosten des Verfahrens aufgebrummt.

Plädoyers: Staatsanwaltschaft fordert dreieinhalb Jahre Haft

Die Staatsanwaltschaft forderte in den Plädoyers eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten wegen vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Betrugs. Das teilte eine Gerichtssprecherin am Mittag mit. Außerdem sprach sich die Staatsanwaltschaft unter anderem dafür aus, dass der Angeklagte seinen Führerschein für zwei Jahre abgeben muss. Die Verteidigerin forderte eine Gefängnisstrafe von drei Jahren.

Im Verlauf des Prozesses hatten Gericht, Anklage und Verteidigung eine Verständigung versucht.

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