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Unfälle mit Rechtsabbiegern in München – ist Kopenhagen besser? | BR24

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Oberbayerische Kommunalpolitiker waren in der Welt-Radlhauptstadt Kopenhagen unterwegs, um Lösungen für den Fahrradverkehr bei uns zu suchen und zu finden. Ein wichtiges Thema: Wie können Radler vor Rechtsabbiegern geschützt werden?

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Unfälle mit Rechtsabbiegern in München – ist Kopenhagen besser?

Oberbayerische Kommunalpolitiker waren in der Welt-Radlhauptstadt Kopenhagen unterwegs, um Lösungen für den Fahrradverkehr bei uns zu suchen und zu finden. Ein wichtiges Thema: Wie können Radler vor Rechtsabbiegern geschützt werden?

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Vergangene Woche ereignete sich in München eine Tragödie: Ein elfjähriger Junge war auf dem Fahrrad an der Isar beim Deutschen Museum unterwegs. Er fuhr vorschriftsmäßig und wurde trotzdem von einem rechts abbiegenden LKW überfahren und tödlich verletzt.

Immer wieder passieren in München solche Unfälle, auch weil immer mehr Radler unterwegs sind. Jetzt zogen oberbayerische Kommunalpolitiker die Konsequenz und besuchten mit der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen die Welt-Radlhauptstadt Kopenhagen in Dänemark. Sie brachten von dort Tipps mit nach Hause, wie Radler vor Rechtsabbiegern geschützt werden können.

Haltestrich für Autos vorverlegen und eher Grün für Radler

Auch in Kopenhagen gab es schwere Fahrradunfälle mit Rechtsabbiegern, geholfen hat dort eine kleine Änderung an den Kreuzungen: Der Haltestrich für die Autos wurde etwas zurückverlegt, so dass die Radler jetzt ein paar Meter Vorsprung haben. So haben Autofahrer die Radler im Blickfeld statt im toten Winkel. Ebenfalls kein Hexenwerk: Den Radlern einige Sekunden vor den Autos Grün geben und damit nochmal einen Vorsprung. Auch das sorgt dafür, dass sie sichtbar sind. Die Bürgermeisterin von Gräfelfing, Uta Wüst, war überzeugt von dieser Lösung – aber…

"Bei uns gibt’s halt immer Bedenken ob dann der Rückstau von den Autos zu groß ist, ob die Ampelphasen lang genug sind und ich hab gesagt: Das probieren wir jetzt einfach mal aus!" Uta Wüst, Bürgermeisterin von Gräfelfing

Kopenhagener Stadtplaner sagen: Die Lösung ist noch nicht einmal ein Nachteil für die Autofahrer, sie haben dafür am Schluss etwas länger Grün. Alternativ verwenden die Dänen auch eine Variante mit einer extra Ampel, die rechtsabbiegende Autofahrer stoppt, wenn Radler geradeaus fahren wollen.

Verkehrsplanung auf Radler ausgerichtet - mit Erfolg

Kopenhagen richtet seine Verkehrsplanung generell konsequent auf Radler aus – als Resultat sind dort inzwischen mehr als die Hälfte der Pendler mit dem Radl unterwegs, die meisten auch im Winter. Denn die Radwege werden dort stets vor den Straßen geräumt.