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Unbekannte dringen in Lernchat von Grundschülern ein | BR24

© pa/Wedel/Kirchner-Media

Ein Kind sitzt im Homeschooling vor einem Computer (Symbolbild)

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    Unbekannte dringen in Lernchat von Grundschülern ein

    Unbekannte haben sich in die Videokonferenz einer Abensberger Grundschulklasse eingewählt und dort beleidigende Videos geteilt. Die Schulleiterin schaltete umgehend die Polizei ein. Man kann sich jedoch vorab auch selbst vor Eindringlingen schützen.

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    Von
    • Kathrin Unverdorben
    • BR24 Redaktion
    • Thomas Moßburger

    Der Lernchat einer Schule in Abensberg im Kreis Kelheim ist Opfer unbefugter Eindringlinge geworden. Dort teilten diese Videos, in denen Schüler und auch Eltern beleidigt wurden. Die Aktion dauerte laut Polizei mehrere Minuten.

    25 Erstklässler betroffen

    Wie die Polizei dem BR bestätigte, waren rund 25 Erstklässler zu dem Zeitpunkt des Übergriffs auf der Open-Source-Plattform aktiv. Gegen Mittag bemerkten sowohl Lehrkräfte als auch Eltern, dass Videos im Chat liefen, die nichts mit dem Lernstoff zu tun hatten. Die Schulleiterin verständigte daraufhin die Polizei.

    Polizei ermittelt wegen Beleidigung

    Vermutlich waren die Täter schlicht an den Link zur Videokonferenz gekommen, wie die Polizei auf BR24-Nachfrage mitteilte. Anfängliche Schilderungen, dass es sich um pornografisches oder rechtsmotiviertes Material handelte, kann die Polizei bisher nicht bestätigen. Die Polizei Kelheim ermittelt vielmehr wegen Beleidigung. An der Grundschule Abensberg wurden die Sicherheitseintstellungen der Lernchats in der Zwischenzeit verschärft.

    💡 Wie können Fremde in einen Chat eindringen?

    Dass Unbefugte in Chat-Gruppen, egal ob nun Video- oder Text-Chat eindringen können, ist keine Seltenheit. In der Regel brauchen die Eindringlinge dafür auch keine Hacking- oder Programmierkenntnisse, sondern lediglich einen Link. Und auch den erhalten viele auf ganz banale Weise. Etwa, weil Mails mit solchen Zugangslinks an falsche Adressaten oder zu unbedacht weitergeleitet werden oder weil ein Elternbrief mit Link zum Klassenchat offen herumliegt.

    💡 So schützen Sie Ihre Chats

    Schützen kann man sich, indem man sensible Daten wie Links und Passwörter für solche Chats möglichst nur den Leuten zur Verfügung stellt, die sie wirklich brauchen und sie nicht allzu frei weiterleitet. Zettel mit entsprechenden Links und Passwörtern zerreißt man am besten vor dem Wegwerfen oder heftet sie sicher ab.

    Zusätzlich kann man Chats bei vielen Programmen schützen, indem man die Privatsphäre-Einstellungen anpasst. Etwa, indem man den Chat-Zugang über ein Passwort schützt oder einstellt, dass erst ein Admin - etwa ein Lehrer - zustimmen muss, bevor neue Mitglieder einen Chatroom oder eine Videokonferenz betreten. Schauen Sie dafür am besten in die Einstellungen ihres Videokonferenz- oder Nachrichten-Chat-Tools.

    (Erklärt von Thomas Moßburger, BR24-Netzwelt)

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