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UN zeichnen Projekt im Klosterwald Maria Eich aus | BR24

© BR/ Dechert, Antje

Klosterwald rund um die Wallfahrtskirche Maria Eich in Planegg wird von Vereinten Nationen ausgezeichnet

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UN zeichnen Projekt im Klosterwald Maria Eich aus

Für den vorbildlichen Erhalt der Artenvielfalt zeichnen die Vereinten Nationen ein oberbayerisches Umweltprojekt aus: das Projekt "Eremiten im Klosterwald Maria Eich" bei Planegg nahe München - einem Ort der Marienverehrung seit bald 300 Jahren.

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Sie sind krumm, knorrig und sehr alt: die mächtigen Eichen und Hainbuchen im Klosterwald rund um die Wallfahrtskirche und das Augustinerkloster Maria Eich im Südwesten der Landeshauptstadt. Rund 50 der Bäume sind sogar mindestens 250 bis 350 Jahre alt - sogenannte Methusalem-Bäume.

"Es handelt sich bei unseren Bäumen im Klosterwald eben um alte Hute-Eichen, also Bäume, die auf einer ehemals beweideten Fläche standen. Diese Fläche gehört heute der Kirchenstiftung Maria Eich und diese Stiftung hat natürlich kein wirtschaftliches Interesse. Deshalb konnten diese alten Bäume auf kleiner Fläche auch so erhalten bleiben." Michael Wagner, Leiter des Biodiversitätsprojekts im Klosterwald Planegg

Käferarten, die es nur noch in Urwäldern gibt

Und damit retten die Projekt-Mitarbeiter auch ein ganz besonderes Biotop: Unter dem Totholz, also unter den abgestorbenen Ästen der alten Bäume, wimmelt es nur so vor Artenvielfalt. Vor vier Jahren machten Fachleute einen spektakulären Fund: Rund 240 Holzkäferarten leben nachweislich im Klosterwald von Maria Eich. Darunter 55 Arten, die auf der roten Liste der bedrohten Tiere stehen.

UN wollen Artensterben entgegenwirken

Namensgeber für das Projekt ist der im Klosterwald lebende „Eremit“, auch Juchtenkäfer genannt. Er gehört zur der Familie der Blatthornkäfer. Zum Schutz des Walds hatten die verantwortlichen Träger 2016 ein gemeinsames Pflege- und Entwicklungskonzept beschlossen, das seitdem Schritt für Schritt umgesetzt wird.

Dass dieser in Bayern einzigartige Urwald nun besonders geschützt wird, honorieren die Vereinten Nationen heute mit ihrer Auszeichnung im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Die UN will damit dem weltweiten Artensterben entgegenwirken.