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Umzug des Schweinfurter Ankerzentrums fast abgeschlossen | BR24

© picture-alliance/dpa

Das bisherige Ankerzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Ledward-Kaserne.

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    Umzug des Schweinfurter Ankerzentrums fast abgeschlossen

    Seit Anfang Mai zieht das Ankerzentrum Schweinfurt aus der ehemaligen Ledward-Kaserne aus. Ab sofort sollen die knapp 800 Flüchtlinge weiter außerhalb in Geldersheim leben. Jetzt ist der Umzug fast abgeschlossen. Sozialverbände üben Kritik.

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    Der Umzug von knapp 800 Flüchtlingen aus dem bisherigen Ankerzentrum in Schweinfurt nach Geldersheim (Landkreis Schweinfurt) ist so gut wie beendet. Laut einem Sprecher der Regierung von Unterfranken sind bereits 712 Menschen in der neuen Einrichtung in den ehemaligen Kasernen der "Conn Barracks" der US-Streitkräfte in Geldersheim untergebracht. 62 wohnen derzeit noch in der alten Einrichtung in der ehemaligen Ledward-Kaserne. Sie müssen noch umziehen.

    Sozialverbände üben Kritik an Gemeinschaftsunterbringung

    Die Menschen, die in der Einrichtung leben, kommen überwiegend aus Afrika. Bei einer Vorstellung der neuen Unterkunft hatten Sozialverbände die Gemeinschaftsunterbringung grundsätzlich kritisiert. Die Geflüchteten würden eine zu lange Zeit ohne Perspektive und zu weit vom Leben der anderen verbringen. "Es bleibt ein Problem, dass so viele Menschen mit Existenzängsten und anderen Schwierigkeiten beisammen sind. Eine dezentrale Unterbringung wäre viel schöner", sagte Jochen Kessler-Rosa, Vorsitzender der Schweinfurter Diakonie, Anfang Mai gegenüber dem BR.

    Die Diakonie und die Caritas teilen sich mit dem Roten Kreuz die Beratung und andere soziale Dienste in der Einrichtung. Außerdem ist im neuen Ankerzentrum ein Sicherheitsdienst mit bis zu 60 Mitarbeitern in der Tagschicht im Einsatz. Auch die Schweinfurter Polizei wird ein eigenes Büro beziehen.

    💡 Was ist ein Ankerzentrum?

    Das Wort "Anker" steht für für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Um diese Aufgaben zu bewältigen, sollen mehrere Institutionen in den sogenannten Ankerzentren eng vernetzt miteinander arbeiten: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), die Bundesagentur für Arbeit, Jugendämter sowie Ausländerbehörden und Verwaltungsgerichte. Kurze Wege sollen Verfahren beschleunigen. Die Aufgaben werden gebündelt erfüllt.

    Zunächst wird die Identität der Flüchtlinge festgestellt. Nach der Altersbestimmung werden unbegleitete Minderjährige durch Jugendbehörden in Obhut genommen. Erwachsene bleiben in den "Anker-Einrichtungen“.

    Der Aufenthalt in den „Ankerzentren“ soll in der Regel maximal 18 Monate dauern, bei Familien mit minderjährigen Kindern sechs Monate. Laut Koaltionsvertrag sollen nur noch diejenigen auf die Kommunen verteilt werden, für die eine positive Bleibeprognose bestehe. Alle anderen sollen aus den "Ankerzentren“ in ihre Heimatländer zurückgeführt werden. Bayernweit gibt es insgesamt sieben Ankerzentren.