Der Umzug des Globus des Martin-Behaim-Gymnasiums mit 1.500 Begleiterinnen und Begleitern, die mit ihrer Aktion für Toleranz werben möchten.

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Umzug des Globus des "Behaim" begleiten 1.500 Menschen

Umzug des Globus des "Behaim" begleiten 1.500 Menschen

Das Martin-Behaim-Gymnasium in Nürnberg zieht vorübergehend um und mit ihm ein Globus, das Wahrzeichen der Schule. Rund 1.500 Menschen waren mit dabei und bildeten eine Menschenkette. Denn der Globus steht für sie für Weltoffenheit und Toleranz.

Der alte Schulbau des Martin-Behaim-Gymnasiums in Nürnberg wird abgerissen, deshalb müssen die Schülerinnen und Schüler vorübergehend umziehen – und mit ihnen der rund zehn Tonnen schwere Globus, der bisher vor der Schulanlage in der Schultheißallee alle begrüßte. Der neue Standort ist nun die alte Bertolt-Brecht-Schule im Stadtteil Langwasser. Begleitet wurde der Globus-Umzug von einer rund vier Kilometer langen Menschenkette, bei der auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums dabei waren.

Gabriele Kuen, die Schulleiterin des Martin-Behaim-Gymnasiums, hatte die Idee zu der Aktion. Der Globus, der mit einem Tieflader transportiert wurde, stand dabei im Mittelpunkt.

"Der Globus steht nicht nur für ein Kunstwerk aus Beton, sondern auch für Weltoffenheit und Vielfalt und das ist es, was das Behaim auszeichnet." Gabriele Kuen, Schulleiterin des Martin-Behaim-Gymnasiums

Zeichen setzen für Toleranz und Frieden

Rund zwei Stunden benötigt der Transporter, um den Globus an seinen neuen Standort zu transportieren. Auf seinem Weg begleiteten ihn die 1.500 Menschen, mit dabei Schülerinnen und Schüler, ehemalige Abiturientinnen und Abiturienten sowie Eltern und Lehrkräfte des Gymnasiums. Viele trugen blaue oder gelbe T-Shirts, die Farben der Schule und hielten Transparente mit der Aufschrift "Toleranz und Frieden" in die Luft, um ein Zeichen zu setzen. Viele Schülerinnen und Schüler waren von der Aktion begeistert und empfanden sie als "richtig toll". So auch Kim:

"Es sind kritische Zeiten und da ist es wichtig, dass man jeden akzeptiert, respektiert oder zu mindestens toleriert." Kim, Schülerin des Martin-Behaim-Gymnasiums

Unter den ehemaligen Schülern, die zum Umzug des Globus kamen, war auch Helmut Lederer, der im "Behaim" 1972 Abitur gemacht hatte. Es sei ein denkwürdiger Tag heute und auch irgendwie traurig, so Lederer. Das alte Gebäude sei sehr schön, aber entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen, die Pläne des Neubaus seien hingegen sehr vielversprechend. Auch der Chef der Nürnberger SPD, Nasser Ahmed, war mit dabei. Der Neubau sei wichtig, da das Schulgebäude schon zu seiner Abiturzeit 2009 aus allen Nähten geplatzt sei.

Oberbürgermeister würdigt Engagement

Mit einem Kran wurde der Globus auf einer kleinen Wiese in der Nähe der alten Bertolt-Brecht-Schule auf einen Betonsockel gesetzt. Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) schaute gegen Ende der Aktion vorbei und zeigte sich von dem Engagement des Gymnasiums begeistert:

"Der Globus ist die Identität des Behaim-Gymnasiums. Hier stehen Plakate für Vielfalt und für Menschlichkeit und das präsentiert die Schule, das ist einzigartig." Marcus König (CSU), Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg

In rund drei Jahren soll der Neubau des Martin-Behaim-Gymnasiums fertiggestellt sein, dann sollen die Schülerinnen und Schüler wieder umziehen und mit ihnen auch der Globus, das Wahrzeichen der Schule. Der wechselte auch häufiger mal die Farbe und Bemalung, denn es war in der Vergangenheit durchaus ein beliebter Abi-Scherz, dem Globus zum Abschluss der schulischen Karriere ein neues Äußeres zu verpassen.

Weil das Martin-Behaim-Gymnasium abgerissen wird, muss sein Wahrzeichen, der Globus, für einige Zeit nach Langwasser umziehen.

Bildrechte: BR / Daniel Peter

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