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Umweltverbände fordern "Anti-Wilderei-Offensive" | BR24

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Im Vorfeld eines Prozesses gegen einen mutmaßlichen Luchs-Wilderer in Cham haben drei Naturschutzverbände die Staatsregierung aufgefordert, gegen Wilderei und Artenschutzdelikte vorzugehen. Dazu wurde eine Erklärung unterzeichnet.

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Umweltverbände fordern "Anti-Wilderei-Offensive"

Im Vorfeld eines Prozesses gegen einen mutmaßlichen Luchs-Wilderer in Cham haben drei Naturschutzverbände die bayerische Staatsregierung aufgefordert, gegen Wilderei und Artenschutzdelikte vorzugehen. Dazu wurde eine Erklärung unterzeichnet.

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Einen Tag vor dem Prozess gegen einen mutmaßlichen Luchs-Wilderer in Cham fordern drei Naturschutzverbände von der Staatsregierung eine "Anti-Wilderei-Offensive". Der Bayerische Jagdverband (BJV), der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der WWF Deutschland haben in Regensburg eine Erklärung gegen Wilderei und Artenschutzkriminalität unterzeichnet. Ihr zufolge sollten Artenschutzdelikte in Bayern zentral dokumentiert und veröffentlicht werden.

"Die illegale Tötung streng geschützter Wildtiere ist kein Kavaliersdelikt. Diese Straftaten müssen konsequent verfolgt werden." Aus der "Regensburger Erklärung"

Eindeutiges Signal der Politik gefordert

Behörden sollen nach dem Willen der Verbände dazu Haushaltsbudgets und Mitarbeiterkapazitäten schaffen. Die Unterzeichner wollen auch eine Jagdwilderei-Datei beim Landeskriminalamt und eine stärkere Einbindung des Themas Artenschutzkriminalität in die Aus- und Weiterbildung von Polizei- und Justizbeamten. Es sei ein eindeutiges Signal von Innen- und Justizministerium erforderlich, "damit Wilderei immer als gravierendes Problem mit entsprechendem Handlungsdruck wahrgenommen wird."

"Wolf, Luchs, Fischotter, Biber und Greifvögel leben gefährlich in Deutschland, denn Wilderei gehört zu den häufigsten nicht natürlichen Todesursachen. Die Aufklärungsrate von Wilderei-Fällen ist zu gering, die Datenlage schlecht. Wilderei in Deutschland muss im politischen und gesellschaftlichen Diskurs als ernstzunehmendes, kriminelles Problem erkannt und angegangen werden." Diana Pretzell, Leiterin Biodiversitätspolitiken beim WWF Deutschland

Appell an die Bevölkerung

Auch die Bevölkerung stehe in der Verantwortung: Wilderei dürfe nicht schweigend akzeptiert werden, hieß es. Statt dessen brauche es einen "offenen, konstruktiven Dialog".

"Das Vorgehen beim Auffinden von getöteten Individuen streng geschützter Wildtierarten muss standardisiert werden. Behördliche Handlungsvorgaben müssen konsequent umgesetzt werden, damit Fälle von Naturschutzkriminalität aufgeklärt werden können. Hierzu ist die Unterstützung aus der Bevölkerung durch Hinweise auf solche Straftaten ganz entscheidend." Andreas von Lindeiner, Landesfachbeauftragter beim LBV