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Versiegelter Kanaldeckel (Symbolbild)

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    Umweltskandal in Eggstätt: PFT ins Kanalsystem geleitet

    Ärger und Sorge in Eggstätt im Landkreis Rosenheim: Offenbar hat ein ortsfremder Unternehmer eine toxische Flüssigkeit in einen Straßenentwässerungseinlauf im Gewerbegebiet Natzing eingeleitet. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Traunstein.

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    Von
    • Julia Binder

    Viel Aufregung in der Gemeinde Eggstätt: Nachdem wohl ein auswärtiger Unternehmer illegal eine toxische Flüssigkeit in einen Straßenentwässerungseinlauf im Gewerbegebiet Natzing eingeleitet hatte, sind über das geschlossene Oberflächenwasserkanalsystem Schadstoffe des Typs PFT, sogenannte Perfluorierte Tenside, in das Rückstau- und Filterbecken des Gewerbegebiets gelangt.

    Bürgermeister: "Sorgen ohne Ende"

    Der mutmaßliche Täter wurde auf frischer Tat ertappt. Die Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt, unter anderem wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung. Geschehen war die Tat bereits Anfang April, doch erst jetzt informierte die Gemeinde Eggstätt die Öffentlichkeit. "Wir haben einen Riesenärger und Sorgen ohne Ende", sagte Bürgermeister Christian Glas im BR-Gespräch. Wegen erhöhter PFT-Werte in einem See waren in Franken schon einmal Badeverbote erlassen worden.

    Kanalsystem ausgespült, Erdreich abgetragen

    Unmittelbar nach der Verunreinigung wurden vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim im betroffenen Gebiet Boden- und Wasserproben entnommen. Um die Ausbreitung der Schadstoffe so frühzeitig wie möglich zu verhindern, hat die Gemeinde Eggstätt das Kanalsystem mittels einer Hochdruckreinigungsanlage spülen lassen.

    Die gebrauchten 14 Kubikmeter Spülwasser wurden aufgefangen und fachgerecht gelagert. Zudem wurde in einem zweiten Schritt der Boden des Rückhaltebeckens lagenweise abgetragen. Insgesamt 500 Kubikmeter Erdreich werden seitdem verpackt in einer Lagerhalle zwischengelagert.

    Behörden nehmen fortlaufend Proben

    Um die Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere auf das Grundwasser, bewerten zu können, haben das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim sowie die zur Sanierung des Beckens beauftragte Fachfirma fortlaufend Boden- und Wasserproben entnommen. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass eine unmittelbare Gefährdung der Bevölkerung nicht vorliegt. Derzeit finden laufend weitere Probenentnahmen statt. Je nach Ergebnis werden die weiteren Schritte veranlasst und die betroffenen Trinkwasserversorger sowie die Öffentlichkeit informiert.

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