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Umweltminister Glauber lädt Schüler zu Klimagesprächen ein | BR24

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Unter dem Motto "Fridays for Future" gehen freitags Tausende Schüler aus Angst vor dem Klimawandel auf die Straße. Das lässt in Bayern auch den Umweltminister nicht kalt. Er will mit der Jugend ins Gespräch kommen - ebenfalls freitags.

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Umweltminister Glauber lädt Schüler zu Klimagesprächen ein

"Fridays for Future" - unter diesem Motto gehen seit Wochen Schüler auf die Straße, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Als Reaktion auf die umstrittenen Proteste will Bayerns Umweltminister Glauber Schüler zu Jugend-Klimakonferenzen einladen.

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Während viele Schüler in Bayern weiterhin Freitagfrüh die Schule schwänzen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren, setzt Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber von den Freien Wählern nun auf das Engagement der Schüler am Freitagnachmittag.

Ministerium holt Schüler mit an den Tisch

An zwei Terminen, einmal in München, einmal in Erlangen, will er sich im März mit ausgewählten Schülern treffen. Zu einer Jugend-Klimakonferenz.

"Mir geht es darum, dass wir mit den Jugendlichen in dem Podium die Themen aufgreifen, die sie bewegen und aus meiner Sicht müsste man es schaffen, einen dauerhaften Gesprächskreis zu installieren." Thorsten Glauber, bayerischer Umweltminister

Klar ist: Es wird nur eine begrenzte Zahl an Schülern an den Diskussionsrunden teilnehmen können. Dazu wird das Umwelt-Ministerium Schulen in ganz Bayern anschreiben, die dann einige Teilnehmer auswählen und zur Klimakonferenz entsenden sollen. Bei Bedarf werde es möglicherweise noch mehr Termine geben, so der Minister.

Den Jugendlichen reicht das Angebot nicht aus

Auf Schülerseite wird das Angebot zwar positiv gesehen, es gibt aber auch Kritik: Er habe erst aus den Medien von der Einladung zur Klimakonferenz erfahren, sagt Ludwig Felder, Sprecher der Grünen Jugend München und Mit-Organisator der "Fridays for Future"-Demos in der Landeshauptstadt.

"Es gab im Vornherein überhaupt keine Kommunikation mit uns, wir werden als Bewegung offensichtlich nicht ernst genommen. Außerdem wollen wir weiterhin zu unseren basisdemokratischen Prinzipien stehen, das steht natürlich im Gegensatz zu einem Treffen, zu dem nur ein paar ausgewählte Schüler kommen dürfen." Ludwig Felder, Grüne Jugend München

Felder machte schon jetzt klar, dass die Schüler trotz der Klimakonferenzen weiterhin auf die Straße gehen werden. Solange, bis konkrete Maßnahmen von der Staatsregierung beschlossen und umgesetzt werden.

Lehrer unterstützen den Dialog zwischen Staat und Schülern

Auf Lehrerseite findet die Idee des Umweltministers Unterstützung. Jürgen Böhm, der Landesvorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands, sagte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, bei diesen Konferenzen müssten die Jugendlichen ernst genommen werden. Zudem könne es nicht sein, dass Demonstrationen dauerhaft während der Schulzeit stattfinden.

Auch Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands, ist überzeugt, dass der Dialog mit den Schülern der richtige Weg ist:

"Jugendliche und Schüler wollen gehört werden, wollen ihre Meinung zu ihrer Zukunft äußern und ich kann nur begrüßen, wenn man Klimakonferenzen macht und diejenigen, die die Zukunft betrifft, in den Dialog holt." Simone Fleischmann, Bayerischer Lehrerinnen- und Lehrerverband

Konferenz will die Jugendlichen mit in die Verantwortung nehmen

Was am Ende der Konferenz für Ergebnisse feststehen sollen, darauf will sich der Umweltminister nicht festlegen. Vielmehr sei sein Ziel, die Jugendlichen mit in die Verantwortung zu nehmen, sagt Glauber:

"Sie kommen mit offenen Wünschen und die gilt es einzusammeln und es gilt zu begründen, warum manche Dinge nicht so einfach umzusetzen sind. Das gehört auch zur Wahrheit, und das soll in diese Diskussion hinein, und zu sehen, wie man gemeinsam mit den Jugendlichen Dinge auch umsetzen kann, denn auch die Jugendlichen müssen auch bei sich selbst beginnen." Thorsten Glauber, bayerischer Umweltminister

Um auch die Anliegen all derjenigen Schüler aufgreifen zu können, die an den Konferenzen selbst nicht teilnehmen können, will das Umweltministerium in den kommenden Wochen zudem eine Internet-Plattform zum Thema Klimaschutz einrichten.

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Bayern 2 extra

Von
  • Steffi Wagner
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