Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Umweltminister Glauber hält Kohleausstieg 2030 für möglich | BR24

© BR

Jetzt red i in Regensburg

Per Mail sharen

    Umweltminister Glauber hält Kohleausstieg 2030 für möglich

    Solidarität mit der "Fridays for Future"-Bewegung: Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber sprach sich bei "jetzt red i“ für den Kohleausstieg 2030 und gegen den Verbrennungsmotor aus. Dieter Janecek von den Grünen legte noch einen drauf.

    Per Mail sharen

    Unter tosendem Applaus bekundete der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) in der Sendung „jetzt red i“ seine Solidarität zur „Fridays for Future“-Bewegung. „Wir stehen hinter den Schülerinnen und Schülern“, sagte er über sich und seinen Parteikollegen, Kultusminister Michael Piazolo.

    Glauber für schnellen Kohleausstieg

    Inspiriert von den Jugendklimakonferenzen, die Glauber zuletzt einberufen hat, positionierte er sich zu den Forderungen der Jugendlichen nach einem schnelleren Kohleausstieg: "Ich teile die Einschätzung zu 100 Prozent, dass wir raus müssen aus Öl und Kohle, raus aus fossilen Brennstoffen. (…) Ich glaube schon, dass es ambitionierter sein könnte. Dass wir nicht 2038, sondern 2030 oder 2028 uns dem Thema nähern könnten.“

    Selbstverständlich müsse man dabei die Arbeitsplätze und Bedürfnisse einzelner Regionen in Deutschland berücksichtigen, so der Minister. Aber: "Wenn man deutlich stärker auf erneuerbare Energien setzt, könnte man schneller aussteigen."

    Dieter Janecek von den Grünen ging in der Sendung noch einen Schritt weiter. "10H muss in Bayern weg, wir müssen endlich wieder Windräder bauen", forderte der Bundestagsabgeordnete. Ursprünglich waren auch die Freien Wähler gegen die 10H-Regelung, konnten sich in diesem Punkt aber bei den Koalitionsverhandlungen nicht gegen die CSU durchsetzen.

    Forderung nach CO2-Steuer

    Bei der lebhaften Diskussion aus Regensburg meldeten sich auch viele Jugendliche zu Wort, die seit Wochen für mehr Klimaschutz protestieren. "Es muss uncool werden, CO2 zu produzieren“, sagte ein Abiturient und forderte eine CO2-Steuer. Er selbst fahre immer mit dem Fahrrad. Diesen Punkt griff der Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek auf. Momentan verschulde sich die Gesellschaft auf Kosten der Zukunft, so der Grünen-Politiker. "Faire C02-Bepreisung heißt dann auch, dass das Fleisch anders hergestellt wird und etwas teurer wird. Das heißt auch, dass der SUV, das dicke Auto, deutlich mehr zahlen muss, oder das Fliegen teurer wird.“

    Ende des Verbrennungsmotors

    Beide Politiker wollen außerdem weg vom Diesel. Dieter Janecek will den Verbrennungsmotor bis 2030 in Deutschland komplett abschaffen. Thorsten Glauber machte keine genaue Zeitangabe. "Raus aus dem Verbrenner - ja“, sagte er und kritisierte den Weg der Bundesregierung, ausschließlich auf Elektromobilität zu setzen. "Ich würde mir Technologieoffenheit wünschen.“

    Während es bei all diesen Äußerungen der Politiker vor Ort in Regensburg viel Applaus gab, sammelten sich im Livestream zur Sendung auch viele kritische Kommentare zum Thema. Der Einfluss des Menschen auf den Klimawandel sei gering, hieß es da. Und den Schülerinnen und Schülern wurde vorgeworfen, nur Schule schwänzen zu wollen, statt am eigenen Verhalten etwas zu ändern.

    In diesem letzten Punkt widersprach der Initiator der Regensburger "Fridays for Future“-Initiative. Nach den Ferien werde freitags erst nach Schulschluss demonstriert. Eine Mitschülerin erzählte, dass bei ihr nach und nach die ganze Familie zu Vegetariern wird. Und die Jugendlichen stimmten versöhnliche Töne an: Niemand sei perfekt. Umweltminister Glauber jedenfalls versprach, weiter mit den Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Die nächste Jugend-Klimakonferenz solle nächstes Jahr stattfinden und die Ergebnisse evaluieren.