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Umweltminister Glauber fordert Ende des Fleisch-Überangebots | BR24

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Nach der Forderung des Weltklimarats nach einer Kehrtwende bei der Landnutzung sieht Bayern Umweltminister Thorsten Glauber die Verbraucher in der Pflicht. Er wendet sich gegen ein Überangebot an Fleisch, von höheren Steuern hält er aber nichts.

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Umweltminister Glauber fordert Ende des Fleisch-Überangebots

Nach der Forderung des Weltklimarats nach einer Kehrtwende bei der Landnutzung sieht Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber die Verbraucher in der Pflicht. Er wendet sich gegen ein Überangebot an Fleisch, von höheren Steuern hält er aber nichts.

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Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk fragte Freie-Wähler-Politiker Glauber, ob es wirklich notwendig sei, dass eine Lende sechs Tage in der Woche von morgens bis abends vorrätig sei.

"Man muss einfach darüber nachdenken, wie man dann auch selber an der Theke entscheidet und wie wir uns die Landwirtschaft in Zukunft vorstellen." Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, FW

Glauber: Höhere Steuer auf Fleisch falscher Weg

Eine höhere Besteuerung von Fleisch will Glauber dagegen nicht. Er halte das für den völlig falschen Weg, denn am Ende habe das keine Lenkungswirkung. "Der Staat wird das zusätzliche Geld einnehmen und es landet dann nicht dort, wo es hingehört - beim Produzenten, für eine nachhaltige Bewirtschaftung", sagt der Umweltminister.

Parteikollege und Wirtschaftsminister Aiwanger warnte allerdings davor, dem Verbraucher mit dem erhobenen Zeigefinger zu kommen.

"Wenn jemand viel Fleisch ist, dann kauft er das und dann isst er das. Dann brauche ich ihm als Staat nicht zu sagen, du sollst bitte nicht so viel Fleisch essen. Dass wir für bewussten Fleischkonsum eintreten, ist ja ohnehin klar, aber es darf nicht so weit gehen, dass wir den Menschen ein schlechtes Gewissen einreden, wenn sie Fleisch konsumieren." Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger, FW

Grüne und SPD sehen auch die Politik in der Pflicht

Auch der Grünen-Umweltpolitiker Christian Hierneis hält es für zu einfach, die Verantwortung auf den Verbraucher abzuwälzen:

"Die Verbraucherinnen können im Nachhinein beim Kauf eines Stückes Fleisch die Art der Tierhaltung nicht mehr beeinflussen. Sie müssen das kaufen, was ihnen angeboten wird und hoffen, dass in der Tierproduktion alles tiergerecht und gesetzeskonform abgelaufen ist." Grünen-Umweltpolitiker Christian Hierneis

Deshalb braucht es laut Hierneis eine verlässliche Kennzeichnung von Lebensmitteln, damit Verbraucher eine verantwortungsvolle Kaufentscheidung treffen könnten. Zudem müssten die Bürger der Politik vertrauen können, dass sie die Regeln für Tierhaltung in Bayern kontrolliert, sagt Hierneis. Er fordert außerdem, dass Bauern, die sich mehr für Tierwohl einsetzen, auch mehr Geld bekommen - auch dafür sei die Politik zuständig.

Ähnlich Florian von Brunn von der SPD sieht Politik in der Pflicht:

"Wie zum Beispiel in Frankreich. Dort ist es dem Einzelhandel verboten worden, Lebensmittel wegzuwerfen. Das hat dazu geführt, dass 20 Prozent weniger Lebensmittel aus dem Einzelhandel in der Tonne landen." Florian von Brunn, Sprecher für Umwelt- und Verbraucherschutz der SPD-Landtagsfraktion

Von Brunn wendet sich auch gegen die Intensiv-Landwirtschaft: Diese produziere viel zu viel auf Kosten der Natur und auf Kosten der Tiere.

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Wenn es um Tierwohl und Klimaschutz geht, dann sind in erster Linie die Verbraucher gefragt. Das hat Umwelt- und Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber (FW) gesagt. Doch Widerspruch dazu gibt es im Landtag ´, z.B von Florian von Brunn (SPD?