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Umstrittenes Portal "Hallo Meinung" nicht mehr gemeinnützig | BR24

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Laut "Bündnis Nazistopp" handelt es sich bei "Hallo meinung" um ein extrem rechtes Medienportal

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    Umstrittenes Portal "Hallo Meinung" nicht mehr gemeinnützig

    Das umstrittene fränkische Medienportal "Hallo Meinung" ist nicht mehr gemeinnützig. Aktivisten des Nürnberger "Bündnis Nazistopp" haben dafür bei den Behörden interveniert. Kritiker werfen dem Portal vor, "extrem rechte" Inhalte zu produzieren.

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    Von
    • Jonas Miller

    Dem "Nürnberger Bündnis Nazistopp" ist das Medienportal "Hallo Meinung" schon länger ein Dorn im Auge. Laut Bündnis handelt es sich bei dem Portal um ein extrem rechtes Medienportal, das bis vor kurzem noch gemeinnützig war, also unter anderem steuerliche Vorteile hatte. Laut eigenen Angaben haben die Aktivisten beim Bayerischen Staatsministerium und den Finanzbehörden dagegen interveniert. Die Finanzbehörden haben "Hallo Meinung" nun die Gemeinnützigkeit entzogen.

    "Rechtspopulistische Inhalte" bei "Hallo Meinung"

    Der Inhaber des Medienportals, der Unternehmer Peter Weber aus Schwarzenbruck im Nürnberger Land bestätigte den Entzug der Gemeinnützigkeit in einem Video. Weber veröffentlicht seit mehreren Jahren Videos im Internet, in denen er sich gegen die aktuelle Politik der Bundesregierung ausspricht und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als "Staatssender" tituliert. Zudem würde in Deutschland eine "Meinungsdiktatur" herrschen". Weber wird vorgeworfen, er würde in seinen Videos rechtspopulistische Inhalte produzieren und den Parlamentarismus komplett ablehnen.

    Gründer spricht von "Hexenjagd"

    Der Unternehmer selbst sprach in der Vergangenheit von einer "Hexenjagd", die gegen ihn stattfinden würde. In einem aktuellen Video kündigte Weber an, nach Verlust der Gemeinnützigkeit nun "mit Vollgas" weiter machen zu können, da ihm nun niemand "reinquatschen" könne. Er selbst habe das Portal mittlerweile in eine "Gesellschaft für freies Denken und politische Einflussnahme mbH" umgewandelt. "Hallo Meinung" würde dabei gegen eine "Übermacht" aus Politik und Medien kämpfen. Er kündigte an, mehrere Klagen gegen den Rundfunkbeitrag einreichen zu wollen.

    Falschbehauptungen bei "Hallo Meinung"

    Journalisten des Faktencheckportals "Correctiv" deckten in der Vergangenheit Falschbehauptungen von "Hallo Meinung" auf. Erst in der vergangenen Woche wurde dort behauptet, die Diakonie in Köln suche Mitarbeiter, die bei einem Corona-Verdacht der Eltern deren Kinder aus den Familien nehmen sollen. Nach Recherchen der Faktenchecker handelte es sich um Falschbehauptung. Das Medienmagazin "Übermedien" stuft "Hallo Meinung" als "neues Medium für den rechten Widerstand" ein.

    Auch innerhalb rechter Szene umstritten

    Innerhalb der rechten Szene ist das Portal allerdings auch umstritten. So wird Weber von anderen rechten Blogs Zensur und "krankhafte Selbstbezogenheit" vorgeworfen.

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